Neue Richtlinie zur Krebsfrüherkennung

Darmkrebsscreening für Männer ab 50

Nach einem Auftrag aus dem im Jahr 2013 verabschiedeten Gesetz zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Richtlinie zur Reform des Darmkrebsscreenings mit folgenden wichtigen Änderungen beschlossen:

  • Künftig sollen Anspruchsberechtigte im Rahmen eines organisierten Screeningprogramms eine regelmäßige Einladung zur Darmkrebsfrüherkennung, die damit verbundenen Untersuchungen und begleitende Informationen erhalten.
  • Männern soll künftig ab einem Alter von 50, statt wie bisher ab 55 Jahren, eine Darmspiegelung angeboten werden. Die Richtlinie soll nach Genehmigung durch das Bundesgesundheitsministerium voraussichtlich zum 1. Oktober 2018 in Kraft treten.

Weiterhin: Wie bisher können zur Früherkennung von Darmkrebs Tests auf nicht sichtbares Blut im Stuhl und Darmspiegelungen in Anspruch genommen werden.

Organisiertes Screeningprogramm

Folgende Untersuchungsangebote sind im organisierten Programm zur Früherkennung von Darmkrebs enthalten:

  • Im Alter von 50 bis 54 Jahren können Frauen und Männer jährlich einen immunologischen Test (iFOBT) auf occulte (nicht sichtbare) Blutspuren im Stuhl durchführen lassen.
  • Ab einem Alter von 50 Jahren haben Männer Anspruch auf 2 Früherkennungskoloskopien (Darmspiegelungen) im Mindestabstand von 10 Jahren. Wenn das Angebot erst ab dem Alter von 65 Jahren wahrgenommen wird, hat man Anspruch auf eine Früherkennungskoloskopie.
  • Ab einem Alter von 55 Jahren haben Frauen Anspruch auf 2 Früherkennungskoloskopien im Mindestabstand von 10 Jahren. Wenn das Angebot erst ab dem Alter von 65 Jahren wahrgenommen wird, besteht der Anspruch auf eine Früherkennungskoloskopie.
  • Ab einem Alter von 55 Jahren haben Frauen und Männer alle 2 Jahre Anspruch auf einen immunologischen Test (iFOBT), solange noch keine Früherkennungskoloskopie in Anspruch genommen worden ist.
  • Bei auffälligen Stuhltests besteht der Anspruch auf eine Abklärungskoloskopie.

Beschluss zur Prüfung beim Bundesministerium für Gesundheit

Das organisierte Screeningprogramm Darmkrebs steht Versicherten dann zur Verfügung, wenn der Bewertungsausschuss über die Höhe der Vergütung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) entschieden hat. Der Bewertungsausschuss, bestehend aus Vertretern der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und des GKV-Spitzenverbandes, hat für diese Entscheidung 6 Monate Zeit. Wirksam wird die Richtlinie damit voraussichtlich Mitte des Jahres 2019.

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