Mehr Knieverletzungen bei Frauen: Experten fordern gezielte Maßnahmen zur Vorbeugung

Die Zahl der Verletzungen, die durch Sportunfälle oder Stürze verursacht werden, steigt bei Frauen stärker an als bei Männern. Insbesondere Knieverletzungen treten häufiger auf. Experten des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) fordern, Maßnahmen zur Vorbeugung und Therapie gezielter auf das Geschlecht des Patienten abzustimmen.

Grundlage dieser Empfehlung ist die bislang größte deutschen Analyse von Knie- und Unterschenkelverletzungen bei Männern und Frauen, die der BVOU gemeinsam mit verschiedenen Partnern − unter anderem dem Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universität Mannheim und dem Sportinstitut der Universität Karlsruhe − durchführte. Untersucht wurden die Daten von 3,8 Millionen Versicherten aus den Jahren 2008 bis 2013.

Gefahr auf der Skipiste
Bei jungen Frauen, so das Ergebnis der Auswertung, sind Sportunfälle der häufigste Grund für eine Verletzung. Sie ereignen sich insbesondere beim Skifahren. In der Wintersportsaison liegt die Zahl der Kniebandverletzungen bei Frauen jedes Jahr um fast 30 Prozent höher als im Jahresmittelwert. Ein Grund: Hobby-Sportlerinnen überschätzen häufig ihre Fitness, gehen beim Skifahren ein zu hohes Risiko ein – und stürzen. Die Experten des BVOU plädieren daher für den Einsatz von Trainingsmethoden, mit denen sich geschlechtsspezifische Schwachstellen gezielt stärken lassen.

Die Knochendichte nimmt ab
Ältere Frauen haben häufiger mit Brüchen im Kniebereich zu kämpfen. Ab dem 50. Lebensjahr nimmt bei ihnen das Risiko für einen solchen Bruch um das Siebenfache zu. Begünstigt wird diese Entwicklung durch eine abnehmende Knochendichte nach den Wechseljahren sowie ein erhöhtes Sturzrisiko im Alter. Diese Gruppe, so die Experten, könnte von besseren Methoden zur Früherkennung der Osteoporose profitieren. Als weitere sinnvolle Maßnahme empfehlen sie älteren Frauen Kurse zur Sturzprophylaxe.

 

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