Studie: Krankenkassen müssen stärker aufklären Patienten kennen noch nicht alle ihre Rechte

Patienten haben in Deutschland viele Rechte – und sind über diese im Allgemeinen auch gut informiert. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie. Allerdings: In einigen Bereichen gibt es noch Nachholbedarf. Dies gilt insbesondere für die Rechte von Versicherten gegenüber ihren Krankenkassen.

Im Februar 2013 ist das Patientenrechtegesetz in Kraft getreten. Es zielt darauf, die Rechte und Einflussmöglichkeiten von Patienten bezüglich ihrer medizinischen Versorgung zu stärken. Eine Studie sollte nun überprüfen, ob das Gesetz bereits die gewünschte Wirkung zeigt. Im Auftrag des Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, befragte das IGES Institut unter anderem Versicherte, Patienten, Verbände und Rechtsexperten. Insgesamt haben 527 Personen im Alter zwischen 18 und 82 Jahren den Onlinefragebogen vollständig ausgefüllt.

Welche Behandlungsalternativen gibt es?
Zu den wichtigsten Patientenrechten gehört unter anderem die Pflicht der Ärzte, ihre Patienten umfassend über Diagnose und Therapie aufzuklären. Vier von fünf Befragten fühlten sich völlig oder eher ausreichend von ihren Ärzten informiert. Neun von zehn Befragten waren zum Beispiel mit der Aufklärung vor Operationen sehr zufrieden oder zufrieden. Dass sie grundsätzlich ein Recht dazu haben, unverzüglich ihre vollständige Patientenakte einzusehen, wussten immerhin 73 von hundert der Befragten. Allerdings: Lediglich 62 von hundert der Befragten war bekannt, dass ein behandelnder Arzt sie über mögliche Alternativen zu einer Behandlung aufklären muss – und das nicht erst auf Nachfrage des Patienten hin.

Auch Kassen haben Pflichten
Die Rechte der gesetzlich Versicherten gegenüber ihrer Krankenkassen scheinen laut Studie weniger bekannt zu sein als die Rechte der Patienten gegenüber den Ärzten. So wussten nur 39 von hundert der Befragten, dass die Kassen bei der Bearbeitung von Anträgen eine gesetzlich festgelegte Frist einhalten müssen. Weiteren 48 Prozent war bewusst, dass sie sich bei einem Verdacht auf einen Behandlungsfehler an ihre Kasse wenden können – und diese dann bei der Klärung des Problems Hilfe leisten muss.  

Informationslücken wie diese sollen in Zukunft weiter geschlossen werden. „Alle Beteiligten sollten sich verstärkt über ihre Rolle in unserem Gesundheitssystem und darüber Gedanken machen, wie sie mit dazu beitragen können, eine bessere Kultur des Vertrauens und des Miteinanders zu schaffen“, so der Patientenbeauftragte Laumann.

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