Diabetesbezogene Todesfälle in Deutschland:

Anzahl laut Studie höher als bislang angenommen

21 Prozent der Todesfälle in Deutschland aus dem Jahr 2010 können auf eine Diabeteserkrankung oder deren Folgen zurückgeführt werden – weitaus mehr als bislang angenommen. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher vom Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ).

Versicherungsdaten wurden ausgewertet
Als Grundlage für ihre Studie nutzten die Forscher Routinedaten von rund 65 Millionen Menschen aller Altersklassen, die im Jahr 2010 in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert waren. 10,1 Prozent der Versicherten hatten eine Diabeteserkrankung, davon entfielen 7,1 Prozent auf einen Diabetes Typ 2. Um anhand dieser Daten errechnen zu können, wie viele der aufgetretenen Todesfälle auf die Stoffwechselkrankheit zurückzuführen sind, nutzten die Forscher zusätzlich Berechnungen des nationalen Diabetesregisters Dänemarks. Deutschland und Dänemark haben ein ähnliches Gesundheitssystem, zudem ist die Häufigkeit von Diabetesfällen in beiden Bevölkerungen vergleichbar.

175.000 zusätzliche Todesfälle
Das Ergebnis: 175.000 Todesfälle wurden laut Statistik durch die Stoffwechselkrankheit oder ihre Folgen verursacht. Das hätte zum Teil verhindert werden können, wenn der Diabetes früher erkannt und zielgerichtet behandelt worden wäre. Denn so könnte das Sterberisiko von Menschen mit Diabetes dem von Menschen ohne Diabetes angenähert werden. Knapp 138.000 der Todesfälle können auf einen Diabetes Typ 2 zurückgeführt werden. Die meisten diabetesbedingten Todesfälle traten in der Altersgruppe der 70- bis 89-Jährigen auf. Die Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes führt für das Jahr 2010 lediglich 23.131 diabetesbedingte Sterbefälle auf. Dies entspricht 2,7 Prozent aller Todesfälle in Deutschland. Aus den Berechnungen der Wissenschaftler des DZZ ergab sich, dass in dem Jahr weitaus mehr Menschen an der Krankheit und ihren Folgen starben als angenommen.

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