Sport lohnt sich!

Intensives Ausdauertraining gegen Parkinson

Intensives Ausdauertraining hat positive Auswirkungen auf Patienten im frühen Stadium von Parkinson. Das ist das Ergebnis einer Studie mit 128 Teilnehmern an der Universität von Colorado. Bei regelmäßigem Training von 80 bis 85 Prozent der maximalen Herzfrequenz blieben die motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil.

Krankheitsverlauf verlangsamen
Dass Bewegung auch bei Parkinson sehr wichtig ist, ist unbestritten. Im Rahmen der Parkinsontherapie wird schon im Frühstadium eine Physiotherapie empfohlen, um die Patienten frühzeitig zu mobilisieren. Dr. Margaret Schenkman, Direktor vom Anschutz Medical Campus in Aurora (angegliedert an der Universität von Colorado, Denver), und ihr Team untersuchten, ob es sich lohnt, auf diesem Gebiet intensiver zu forschen. Mit ihrer Studie gingen sie der Frage nach, ob regelmäßiges Ausdauertraining die typischen Bewegungsstörungen verringern und im Frühstadium das Fortschreiten der Erkrankung ausbremsen kann. An der Studie nahmen Parkinsonpatienten teil, die erst vor wenigen Monaten die Diagnose erhalten hatten (und zwar im Schnitt vier Monate vor Testbeginn). Diese Patienten bekamen außerdem noch keine antriebsfördernden Medikamente. So konnten medikamentöse Einflüsse ausgeschlossen werden. Keiner der Teilnehmer hatte bislang regelmäßig Sport getrieben.

Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen unterteilt. Eine Gruppe wurde nach dem Zufallsprinzip einer Wartegruppe zugewiesen und nur nach der Standardmethode betreut. Hintergrund: Diese Wartegruppe wird zunächst nicht im Sinne der Studie behandelt, sondern dient als Kontrollgruppe. Sie erhält erst später die Behandlung im Studiensinn.

Laufbandtraining für zwei Gruppen
Die zwei anderen Gruppen wurden gebeten, über ein halbes Jahr hinweg bis zu viermal wöchentlich an einem Laufbandtraining teilzunehmen. Während die eine Sportgruppe über 30 Minuten hinweg 80 bis 85 Prozent ihrer maximalen Herzfrequenz trainieren sollte, absolvierte die andere Sportgruppe das Training mit einer Herzfrequenz von 60 bis 65 Prozent. Aufschluss über die Wirksamkeit des Trainings und Nicht-Trainierens sollte unter anderem die Entwicklung des motorischen UPDRS-Wertes liefern (Begriffserklärung siehe Infokasten).

Das Ergebnis: Nach einem halben Jahr regelmäßigen Trainings hatte sich der UPDRS-Wert bei der Gruppe mit intensivem Training kaum verschlechtert (plus 0,3 Punkte). In der Wartegruppe war eine deutliche Verschlechterung von plus 3,2 Punkten zu beobachten. Die Werte der Gruppe mit moderatem Training lagen mit einem Plus von 2,0 Punkten genau dazwischen.

Weitere Studien nötig
Tiefergehende Untersuchungen würden sich nach Ansicht des Expertenteams nur im Bereich des intensiven Trainings lohnen, da nur hier die zahlenmäßigen Unterschiede relevant seien. Der nächste Schritt wäre nun, eindeutig nachzuweisen, ob intensives Ausdauertraining einen dauerhaften klinischen Nutzen für Parkinsonpatienten bietet. Eine Sache lässt sich aber schon jetzt eindeutig feststellen: Selbst ein intensives Training ist trotz Erkrankung gut möglich und wird den Patienten nach Angaben des amerikanischen Expertenteams der Studie empfohlen.

UPDRS-Skala
UPDRS ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung Unified Parkinson‘s Disease Rating Scale. 
Die UPDRS-Skala ist eine international standardisierte Beurteilungsskala zur Bestimmung des Schweregrads einer Parkinsonerkrankung. Sie ist unterteilt in verschiedene Bereiche. Darin werden je nach Ausprägung der Beeinträchtigungen Punkte von 0 (= keine Beeinträchtigung) bis maximal 199 vergeben.

Die UPDRS-Skala ist unterteilt in folgende Bereiche:

  1. Kognitive Funktionen, Verhalten und Stimmung
  2. Aktivitäten des täglichen Lebens
  3. Motorische Untersuchung
  4.  Komplikationen der Behandlung

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