Grippeimpfung

Ersetzt ein Pflaster künftig die Injektion?

In einem ersten Test bei Menschen hat ein US-amerikanisches Forscherteam herausgefunden, dass mit einem speziell entwickelten Pflaster wirksam gegen Grippeviren geimpft werden kann. Das am Georgia Institute of Technology entwickelte Pflaster wurde mit einem herkömmlichen Impfstoff verglichen. In einer sogenannten Phase-I-Studie mit 100 erwachsenen Probanden wurden dabei die Kriterien Sicherheit, Akzeptanz und Immunogenität untersucht.

Das Team um die Wissenschaftlerin Dr. Nadine G. Rouphael von der Hope Clinic des Emory Vaccine Centers an der Emory University in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia teilte die Probanden in vier verschiedene Gruppen ein. Einer Gruppe wurde das Pflaster mit entsprechendem Grippeimpfstoff von einer medizinischen Fachkraft aufgebracht, eine andere Gruppe bekam Placebo-Pflaster verabreicht. Die dritte Gruppe applizierte sich das Pflaster mit Impfstoff selbst nach einer Videofilm-Anleitung und der vierten Gruppe wurde zur Kontrolle ein herkömmlicher inaktivierter Impfstoff mit einer Spritze injiziert.

Viele Probanden würden das Pflaster bevorzugen
In den Monaten nach den Impfungen kam es zu keinen schweren Nebenwirkungen. Es traten lediglich kurzzeitige und eher leichte Impfreaktionen auf: Einige Tester, die eine herkömmliche Injektionsspritze bekommen hatten, wiesen unter anderem Druckempfindlichkeit oder Muskelschmerzen am Arm auf. Diejenigen, die das Pflaster bekommen hatten, verspürten unter anderem Rötung und Juckreiz sowie Druckempfindlichkeit an der Impfstelle. Interessant: Etwa 70 Prozent der Probanden, die das Pflaster bekommen hatten, gaben an, dass sie diese Art der Impfung bevorzugen würden. Das Fazit der Forscher: Das Pflaster mit seinen Mikronadeln vereinfache die Applikation sehr. Es sei zudem keine Kühlkette erforderlich und ließe sogar eine Impfung zum Beispiel zu Hause zu. Damit ließen sich die Impfraten verbessern und Kosten senken.

Wissenswertes zum Impf-Pflaster
Das Impf-Pflaster ist mit 100 Mikronadeln und mit einer Länge von 0,65 Millimetern bestückt. Nach Angaben der Forscher müsste es lediglich 20 Minuten auf einem Handgelenk einwirken. Der darin befindliche Impfstoff gelange dann so über die Nadeln in die Haut.

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