Weltweiter Vergleich:

Arzttermin dauert in vielen Ländern weniger als fünf Minuten

Rund 7,5 Minuten – so lange dauert hierzulande ein Kontakt zwischen Patient und Hausarzt im Durchschnitt. In anderen Ländern weicht diese Zahl zum Teil stark vom deutschen Mittelwert ab: Die Spanne reicht von 48 Sekunden (Bangladesch) bis hin zu 22,5 Minuten (Schweden). Zu diesem Ergebnis kamen Forscher aus Großbritannien, Portugal und Finnland. Für ihre Untersuchung werteten die Wissenschaftler 178 Studien aus 67 Ländern aus. Diese enthielten Daten zu mehr als 28,5 Millionen Kontakten zwischen Arzt und Patient. Das Augenmerk lag auf der medizinischen Grund- oder Primärversorgung, die hierzulande in den meisten Fällen von einem Hausarzt übernommen wird. Die Dauer des Kontakts variierte zwischen den Ländern erheblich: In 15 Ländern liegt sie unter fünf Minuten. Das Schlusslicht bilden Pakistan, Bangladesch und China. In folgenden drei Ländern nimmt sich der Arzt mehr als 20 Minuten pro Patient Zeit: Spitzenreiter ist Schweden, dicht gefolgt von den USA und Bulgarien.

Negative Folgen für Arzt und Patient?
Die Forscher zeigten sich besorgt, dass in 18 Ländern – die wiederum die Hälfte der Weltpopulation beherbergen – der Kontakt zwischen Arzt und Patient durchschnittlich nur fünf Minuten oder weniger dauert. Eine derart kurze Behandlungszeit, so geben die Wissenschaftler zu bedenken, könne für beide Seiten negative Auswirkungen haben. Für den Patienten bestehe unter anderem die Gefahr einer Übermedikation, also die Einnahme von zu vielen, teils unnötigen Medikamenten. Bei den Ärzten wiederum sehen die Forscher ein erhöhtes Risiko für Stress und Burn-out. Denn insbesondere bei Patienten mit komplexen oder mehreren Krankheiten könne ein zu knapp bemessener Kontakt den Ärzten das Gefühl geben, die Patienten nicht angemessen versorgen zu können.

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