Krankenhauskeime

Viele Infektionen wären vermeidbar

Von 100 Patienten, die sich stationär in einem Krankenhaus aufhalten, erleiden etwa fünf eine Krankenhausinfektion, so die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) e.V. Das sind hierzulande beinahe eine Million Menschen pro Jahr. Der größte Teil dieser Infektionen wird durch eigene Hautkeime verursacht, also durch Erreger, die der Patient selbst in sich trägt. Ein weitaus geringerer Anteil wird durch sogenannte Krankenhauskeime erworben. Diese stammen zum Beispiel von anderen Patienten, dem Krankenhauspersonal oder nichtsterilem OP-Besteck.

Unter dem Begriff Krankenhauskeime wird eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Bakterien zusammengefasst. Sie haben die Eigenschaft, dass man ihnen mit gängigen Antibiotika nicht Herr wird. Der häufigste Krankenhauskeim ist MRSA. Diese Abkürzung steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Zwar haben in den letzten Jahren umfangreiche Maßnahmen dazu geführt, dass die Ausbreitung von MRSA tendenziell abnimmt. Doch die Gefahr einer Infektion ist nach wie vor gegeben. Vor allem bei schwerkranken, abwehrgeschwächten oder chronisch kranken Patienten können solche Infektionen schwerwiegende Folgen haben und sogar tödlich verlaufen.

Das Robert Koch-Institut hat für Krankenhäuser spezielle Hygiene-richtlinien erarbeitet. Ärzte und Pfleger werden in dem Thema Hygiene geschult und Patienten bei Ankunft im Krankenhaus auf Keime hin getestet. Mit einem Wattestäbchen wird ein Abstrich aus Nase oder Mund genommen und auf den Erreger MRSA hin untersucht. Laut Expertenaussage ist es allerdings wissenschaftlich nicht erwiesen, dass die Ausbreitung von MRSA durch Screening und Isolierung der Patienten überhaupt verhindert werden kann.

Ein großes Problem bei der Bekämpfung von Krankenhauskeimen ist die enge Personaldecke in vielen Kliniken. Vor allem bei der Behandlung von schwerstkranken Patienten, zum Beispiel auf Intensivstationen, ist es laut DGKH dringend erforderlich, mehr medizinisches Personal einzusetzen. So sollen einfache Hygienevorgaben − wie Händewaschen und desinfizieren vor und nach jedem Patientenkontakt − auch eingehalten werden. Die Desinfektion der Hände ist immer noch die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Infektionen. Auch der Gebrauch von Einmalhandschuhen sowie die regelmäßige Reinigung von Geräten und Betten können die Verbreitung der Bakterien verhindern.

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