Studie zeigt: Stillen ist mit einem niedrigeren Risiko für Endometriose verbunden

Stillen hat nicht nur viele gesundheitliche Vorteile für das Kind, sondern möglicherweise auch für die Mutter. Einer aktuellen Studie zufolge erkranken Frauen, die ihren Kindern die Brust geben, später seltener an Endometriose. Zu diesem Fazit kamen US-Wissenschaftler bei der Auswertung der sogenannten Nurses´ Health Study II.

Unter den Studienteilnehmerinnen befanden sich 72.394 Frauen, die innerhalb des Studienzeitraumes (22 Jahre) über eine oder mehr Schwangerschaften berichteten. Darunter waren 3.296 Frauen mit einer bestätigten Endometriose. Dabei handelt es sich um eine gutartige, oft schmerzhafte Wucherung der Gebärmutterschleimhaut, die medizinisch Endometrium genannt wird. In den USA (und auch in Deutschland) ist eine von zehn Frauen im gebärfähigen Alter von Endometriose betroffen.

Stillen ist in der Studie mit einem um 40 Prozent niedrigeren Risiko für Endometriose verbunden. Bei Frauen, die ihren Nachwuchs drei Jahre oder länger stillten, kam es zu 184 Erkrankungen pro 100.000 Personenjahre*. Betrug die Stillzeit dagegen weniger als einen Monat, waren es 453 Endometriosen auf 100.000 Personenjahre.  

Zum Hintergrund:
Bei der Nurses´ Health Study II handelt sich um eine sogenannte prospektive Kohortenstudie − eine analytische und beobachtende Studie, die Aufschlüsse zu den Risiken für bestimmte Erkrankungen liefern soll. Insgesamt 116.430 Frauen wurden von 1989 bis 2011 regelmäßig zu Lebensstil und Erkrankungen befragt.

Viele Frauen mit Endometriose klagen über krampfartige oder stechende Bauchschmerzen während der Regelblutung. Andere wiederum spüren nicht viel. Endometriose ist oft Ursache für Unfruchtbarkeit. Meist wird die Erkrankung mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) diagnostiziert, wenn Frauen Probleme haben, schwanger zu werden.

*Das Personenjahr wird in vielen klinischen Studien verwendet und folgendermaßen berechnet: Wenn 15 Patienten 20 Jahre lang an einer Herzinfarkt-Studie teilnehmen, umfasst die Studie 300 Patientenjahre (15 x 20). Mit einer solchen Datenanalyse können Trends festgestellt und Risiken ermittelt werden.

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