Impfkalender ist aktualisiert

Ständige Impfkommission hat neue Empfehlungen veröffentlicht

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) hat ihre Empfehlungen zu Impfungen und somit den Impfkalender aktualisiert. Generell werden die Empfehlungen einmal jährlich im sogenannten Epidemiologischen Bulletin und auf den Internetseiten des RKI veröffentlicht. Zudem können Interessierte die Neuerungen in der STIKO-App abrufen.

Die beiden wichtigsten Neuerungen sind:

  1. Die jährliche Impfung gegen Grippe (Influenza)
    Neu: Seit 2018 empfiehlt die STIKO die Nutzung eines quadrivalenten saisonalen Impfstoffs (Vierfach-Impfstoff), der gegen vier Grippevirusvarianten schützen soll. Die gesetzlichen Krankenkassen werden ab der jetzigen Grippesaison 2018/19 nun diese neue Impf-Empfehlung bezahlen. Hintergrund: Seit der Saison 2013/2014 gibt es sogenannte quadrivalente Impfstoffe neben den trivalenten Impfstoffen (Dreifach-Impfstoffe). Bis Anfang 2018 gab es aber keine verbindliche Regelung für die Krankenkassen, ob für die saisonale Grippeimpfung ein Drei- oder Vierfach-Impfstoff zu verwenden ist. Beide Optionen waren zulässig in Übereinstimmung mit den bisherigen STIKO-Empfehlungen. Weitere Infos zur Grippeimpfung finden Sie auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: https://www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-erwachsene/grippe-influenza/
  2. Die Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV)
    Neu: Seit 2018 empfiehlt die STIKO die Impfung gegen HPV nicht nur für Mädchen, sondern auch für alle Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Humane Papillomviren werden hauptsächlich durch Sexualkontakte übertragen und können Krebs verursachen – vor allem am Gebärmutterhals, aber auch am After, Penis sowie im Mund und Rachen.

Weitere Infos zur HPV-Impfung finden Sie auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: https://www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-kinder-0-12-jahre/hpv-humane-papillomaviren/

 

Beide Neuerungen hat die STIKO bereits im Vorfeld kommuniziert, die Änderungen sind nun auch im aktuellen Impfkalender im sogenannten Epidemiologischen Bulletin enthalten und nachzulesen.

Darüber hinaus gelten die aktuellen Impf-Empfehlungen der STIKO gegen insgesamt folgende aufgelistete Erkrankungen durch Bakterien und Viren:

Tetanus (Wundstarrkrampf):
Stäbchenbakterien des Stammes Clostridium (C.) tetani verursachen Tetanus. Vorbedingung: meist eine Verletzung der Haut. Mögliche Symptome: Schmerzen, Muskelsteifigkeit, Krämpfe in den Gliedmaßen, Atemprobleme, Herzrasen.

Diphtherie:
Das Bakterium Corynebacterium diphtheriae verursacht Diphterie. Mögliche Symptome: Halsschmerzen, geschwollener Hals, Schluckbeschwerden, Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Pertussis (Keuchhusten):
Ist eine akute, durch das Bakterium Bordetella pertussis hervorgerufene Infektionskrankheit der Atemwege. Mögliche Symptome: Niesen, Schnupfen, Heiserkeit, leichtes Fieber und Husten, der nach und nach in Krampfhusten übergehen kann. Die für Keuchhusten typischen Hustenanfälle kommen in erster Linie bei Kindern vor.

Hib-Bakterien (Haemophilus influenzae Typ b, Hib):
Die Bakterien werden durch Husten und Niesen übertragen (Tröpfcheninfektion); eine Übertragung ist auch durch Gegenstände möglich. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern können diese Bakterien schwerwiegende Krankheiten auslösen wie Lungenentzündung, Hirnhaut- und Kehldeckelentzündungen oder Blutvergiftung (Sepsis). Eine Hirnhautentzündung zeigt sich durch Symptome wie hohes Fieber, Erbrechen, Krämpfe und Kopfschmerzen, eine Kehldeckelentzündung auch durch hohes Fieber, begleitet von Schluckbeschwerden und Atemnot.

Rotaviren:  
Diese Viren werden mit dem Stuhl ausgeschieden, vorwiegend durch Schmierinfektion übertragen (Stuhl-Hand-Mund). Zudem ist eine Ansteckung auch über verunreinigte Gegenstände wie Spielsachen oder Türgriffe möglich. Eine Infektion mit Rotaviren kann bei Kindern schwerwiegende Symptome auslösen wie heftige Darminfektionen, wässrige Durchfälle, Bauchschmerzen und Erbrechen. Häufig treten auch leichtes Fieber, Husten und Schnupfen auf.

Meningokokken C-Bakterien:
Meningokokken-Erkrankungen werden durch Bakterien der Art Neisseria meningitidis verursacht, die vor allem über Husten oder Niesen übertragen werden. Es kann zu einer Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung kommen. Besonders Kinder unter 5 Jahren und Jugendliche zählen zu den Risikogruppen.

Pneumokokken-Bakterien:
Diese Bakterien können schwere Erkrankungen verursachen, wie Hirnhaut-, Lungen- oder Mittelohrentzündungen. Besonders durch eine Infektion gefährdet: Säuglinge und Kleinkinder.

Polioviren (med. Poliomyelitis, Kinderlähmung):
Diese Viren werden vorwiegend durch die sogenannte Schmierinfektion übertragen (Stuhl-Hand-Mund). Eine Ansteckung per Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) ist auch möglich. Mögliche Folgen: Bleibende schlaffe Lähmungen in Armen oder Beinen, schlimmstenfalls auch Lähmungen der Sprech-, Schluck- oder Atemmuskulatur, Muskelschwund, vermindertes Knochenwachstum, Gelenkzerstörung. Nur bei wenigen Infizierten treten Symptome auf wie Fieber, Hals- und Kopfschmerzen.

Masernviren (Masern):
Die Viren verursachen starke, grippeähnliche Symptome wie hohes Fieber, Husten und Schnupfen sowie später den typischen Masern-Ausschlag. Darüber hinaus schwächen Masern vorübergehend das Immunsystem. Zusätzliche Erreger können Komplikationen wie Mittelohrentzündung, Bronchitis oder Lungenentzündung verursachen.

Mumpsviren (Mumps):
Die Viren werden meist durch Husten und Niesen übertragen. Mögliche Symptome: grippeähnliche Symptome, wie beispielsweise Fieber, Husten und Kopfschmerzen. Infolgedessen kann es zu weiteren schweren Komplikationen kommen: Schwellung der Ohrspeicheldrüse, Entzündung des Hörnervs, Hirnhautentzündung oder Hoden- oder Nebenhodenentzündung.

Rötelnviren (Röteln):
Die Viren werden durch Husten und Niesen übertragen. Röteln können besonders schwerwiegende Folgen haben, wenn sich eine schwangere Frau ansteckt. Bei über 50 Prozent der Erkrankten fehlt der typische Ausschlag, sodass die Erkrankung häufig nicht erkannt wird.

Varizellen/Variviren (Windpocken und Gürtelrose):
Die Windpocken-Viren (Varicella Zoster) werden meist durch Husten und Niesen übertragen. Häufige Symptome: Fieber, Abgeschlagenheit, Hautausschlag mit Bläschenbildung. Nachdem die Windpocken ausgeheilt sind, können Viren in bestimmten Bereichen der Nervenenden verbleiben und zu einem späteren Zeitpunkt bei geschwächter Abwehr eine Gürtelrose verursachen (Herpes Zoster).

Hepatitis-B-Viren (HBV):
Hepatitis-B-Viren werden hauptsächlich auf sexuellem Weg übertragen. Hepatitis B ist eine Leberentzündung, die Leber wird geschädigt und es kann zu einer Leberzirrhose kommen. Etwa zwei Drittel der Infizierten zeigt grippeähnliche Symptome, die von Übelkeit und Erbrechen begleitet sein können.

Humane Papillomviren (HPV):
Humane Papillomviren gehören zu den sexuell übertragbaren Erregern und können Krebs verursachen: Vor allem am Gebärmutterhals, aber auch am After, Penis sowie im Mund und Rachen.

Influenzaviren (Grippe):
Grippeviren werden durch Tröpfchen etwa beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen. Symptome: meist plötzliches Auftreten von hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Auch charakteristisch: trockener Reizhusten, ungewöhnlich starke Erschöpfung. Gegen die saisonale Grippe wird eine jährliche Impfung empfohlen.

Die STIKO weist darauf hin, dass der jeweilige Impfstatus anhand des Impfkalenders (gilt für Säuglinge, Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene) regelmäßig überprüft werden sollte. Die Überprüfung des Impfstatus ist in jedem Lebensalter sinnvoll. Wichtig: Fehlende Impfungen sollten schnellstmöglich, entsprechend den Empfehlungen für das jeweilige Lebensalter, nachgeholt beziehungsweise aufgefrischt werden. Die meisten Grundimmunisierungen finden im Säuglings- und Kleinkindalter statt. Kinderarzt und Hausarzt helfen bei Fragen weiter.

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