Aktuelle Zusammenfassung von Studienergebnissen 

Zu viel Alkohol schadet dem Gehirn junger Menschen

Die beiden US-amerikanischen Wissenschaftler Anita Cservenka und Ty Brumback warnen in einer aktuellen Übersichtsarbeit vor Alkoholkonsum bei Jugendlichen: Wer schon früh regelmäßig zu viel trinkt, schädigt nachhaltig sein Gehirn, so die Quintessenz. In ihrer Übersichtsarbeit haben die Forscher verschiedene Studien zusammengefasst, in denen Jugendliche und junge Erwachsene körperlich untersucht wurden, zum einen solche, die oft und zu viel und zum anderen solche, die kaum und selten Alkohol tranken.   

Ergebnisse der Studien
In den Studien von internationalen Wissenschaftlern (zum Beispiel Schweinsburg, Ahmadi) wurden unter anderem Gedächtnis, Lernfähigkeit, Aufmerksamkeit und Impulskontrolle getestet – mithilfe der sogenannten funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRI) verglichen die Forscher die Gehirne von trinkenden und abstinenten Jugendlichen miteinander.

Dabei stellte sich heraus, dass die Jugendlichen und junge Erwachsenen auffallende Entwicklungsrückstände hatten, die bis dato regelmäßig zu viel Alkohol tranken. Die Entwicklungsprobleme zeigten sich in den verschiedenen Hirnregionen. Gleichaltrige, die bis dahin wenig bis gar keinen Alkohol zu sich nahmen, schnitten im Vergleich besser ab. Erstaunliche Ergebnisse bei den übermäßig trinkenden Teenagern: Das Gesamtvolumen des Kleinhirns und der Großhirnrinde war bei ihnen geringer ausgeprägt als bei Nichttrinkern. Ebenso zeigten sie weniger weiße Substanz (Nervengewebe des Zentralen Nervensystems) – das heißt, die Hirnzellen bei trinkenden Teilnehmern waren weniger stark miteinander vernetzt.

Was heißt viel oder zu viel Alkohol trinken? In den Studien wurde ein Jugendlicher als starker Trinker eingestuft, wenn er mindestens vier alkoholische Getränke innerhalb von zwei Stunden zu sich nahm.

Die Studienergebnisse sind in einer Übersichtsarbeit zusammengefasst und vor Kurzem in der Fachzeitschrift „Frontiers in Psychology“ veröffentlicht worden. Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) nahm die Publikation der amerikanischen Neurophysiologen aktuell zum Anlass und appellierte an junge Menschen, lieber wenig und selten zu trinken, um das Gehirn nachhaltig nicht zu schädigen.

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