E-Health-Gesetz verabschiedet

Der Bundestag hat im Dezember 2015 das sogenannte E-Health-Gesetz verabschiedet, das Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen. Es tritt Anfang 2016 in Kraft. Bis Mitte 2018 soll eine bundesweit einheitliche digitale Infrastruktur geschaffen werden, an die alle Arztpraxen und Krankenhäuser angeschlossen sind.

Das Ziel des Gesetzes ist es, die Möglichkeiten der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien gezielter für die medizinische Versorgung einzusetzen.  Im Mittelpunkt soll dabei der Nutzen für den Patienten stehen – sowie sein Recht auf Selbstbestimmung und die Sicherheit seiner persönlichen Daten. Unter anderem sollen folgende Maßnahmen diesen Grundsatz aufgreifen und umsetzen:

Nach Einführung der elektronischen Gesundheitskarte soll jetzt auch die digitale Speicherung von Notfalldaten vorangetrieben werden.  So soll es für Ärzte ab 2018 möglich sein, Informationen über Vorerkrankungen, Allergien und verschriebene Medikamente von der Karte des Patienten abzurufen. Dadurch kann im Notfall eine schnellere und gezieltere Behandlung erfolgen. Wichtig: Allein der Patient entscheidet, welche medizinischen Daten auf der Gesundheitskarte gespeichert werden und wer darauf zugreifen darf.

Die persönlichen Daten, die auf der Gesundheitskarte gespeichert sind, sollen bis Ende 2018 auch in einem Patientenfach abrufbar sein. Der Patient kann eigene Daten, zum Beispiel die Ergebnisse von Blutzuckermessungen oder Auswertungen von Fitness-Armbändern, hinzufügen. Auch außerhalb der Arztpraxis hat der Patient Zugriff auf das Fach, um sich über seinen Therapieverlauf besser informieren und über seine Gesundheit mitentscheiden zu können. Auf diese Weise wird er stärker als bisher in das Therapiegeschehen einbezogen.

Weiterhin ist die Einführung einer elektronischen Patientenakte geplant, in der sich die individuelle Krankheitsgeschichte eines Patienten umfassend dokumentieren lässt. Wichtige Dokumente wie Arztbriefe oder Notfalldaten können in digitaler Form hinterlegt werden und erleichtern Ärzten die zielgerichtete Behandlung des Patienten. Auch hier handelt es sich um ein freiwilliges Angebot.

Patienten, die drei oder mehr Arzneimittel einnehmen, können sich von ihrem Arzt ab Oktober 2016 einen Medikationsplan ausstellen lassen. Er soll die Gefahr von Wechselwirkungen minimieren, an denen in Deutschland immer noch zu viele Menschen sterben. Ab 2018 soll der Plan auch elektronisch auf der Gesundheitskarte gespeichert werden.

Die Telemedizin soll ab 2017 insbesondere Menschen mit eingeschränkter Mobilität wie gehbehinderte Patienten die Kontaktaufnahme zum Experten erleichtern. Moderne Technologien sollen dann eine ärztliche Beratung über eine größere räumliche Entfernung hinweg ermöglichen – zum Beispiel durch eine Online-Videosprechstunde für Kontrolltermine.

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