Sehstörungen mindern Lebensqualität Senioren im Heim

Augenärztliche Betreuung muss verbessert werden

Grauer und grüner Star, diabetische Netzhautveränderungen oder eine fortschreitende Makuladegeneration – das Risiko für eine Augenerkrankung, die die Sehfähigkeit einschränkt, steigt mit zunehmendem Alter stark an. Aus diesem Grund sollten Senioren regelmäßig von einem Augenarzt untersucht werden. Doch ein aktuelles Projekt der Stiftung Auge zeigt: Bei Bewohnern von Pflege- und Seniorenheimen kommt die augenärztliche Versorgung häufig zu kurz. 14 Augenkliniken in ganz Deutschland haben von 2014 bis 2016 an dem Projekt „Ophthalmologische Versorgung in Seniorenheimen“ (OVIS) teilgenommen. Ärzte untersuchten und befragten 600 Bewohner in 32 Heimen. Das Durchschnittsalter der Bewohner lag bei 83 Jahren.

Das Ergebnis: Bei 61 Prozent der Bewohner fanden die Ärzte Veränderungen der Augen, die sie als behandlungsbedürftig einstuften. Bei etwas über der Hälfte zeigte sich zum Beispiel ein grauer Star, der in 62 Prozent der Fälle vom untersuchenden Arzt als operationswürdig eingestuft wurde. Der Berufsverband der Augenärzte empfiehlt, sich ab dem 40. Lebensjahr ein- bis zweimal jährlich beim Augenarzt untersuchen zu lassen, da viele Augenerkrankungen altersbedingt sind und schleichend beginnen. Im Durchschnitt lag der letzte Augenarztbesuch der Bewohner jedoch etwa vier Jahre zurück. Als die beiden größten Hürden für eine regelmäßige Kontrolle wurden der fehlende Transport (39 Prozent) beziehungsweise fehlende Unterstützung (19 Prozent) angegeben.

Versorgungslücken aufdecken
Das Ziel von OVIS war es, die Lebenssituation älterer Menschen mit Sehbehinderungen in Seniorenheimen zu erfassen und ärztliche Versorgungslücken aufzudecken. So soll in Zukunft die augenärztliche Betreuung von Senioren verbessert werden – und damit auch ihre Lebensqualität. Denn vielen älteren Menschen, so die Experten, könnte bereits mit einer Lesebrille oder einer Lupe dazu verholfen werden, ein selbstbestimmteres Leben zu führen.

Wird eine Augenerkrankung nicht früh genug erkannt und behandelt, droht im schlimmsten Fall eine Erblindung. Doch auch leichte Sehstörungen können insbesondere bei Senioren schwere Folgen haben, da sie die Unfallgefahr im Alltag erhöhen. Übersehen die Betroffenen Stufen oder stolpern über Hindernisse, sind häufig schwere Stürze mit anschließender Pflegebedürftigkeit die Folge. So ist laut Angabe der Stiftung Auge die Fraktur am Hüftgelenk bei über 85-jährigen Frauen der häufigste Grund für eine Einlieferung ins Krankenhaus. Rund die Hälfte dieser Patientinnen ist anschließend hilfs- oder pflegebedürftig.

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