Diabetes Typ 1 bei Kindern: 

Therapie mit Insulinpumpe ist vorteilhafter für junge Betroffene

Menschen mit Typ-1-Diabetes sind darauf angewiesen, dass sie per Spritze oder mithilfe einer speziellen Pumpe mehrmals täglich Insulin erhalten. Welche Variante für betroffene Kinder und Jugendliche am besten geeignet ist, untersuchte eine Studie an 446 Diabeteszentren in Deutschland, Österreich und Luxemburg. Das Ergebnis: Im Vergleich zu den Insulin-Injektionen per Spritze zeigten sich bei der Nutzung einer Insulinpumpe mehrere Vorteile für den Stoffwechsel der jungen Probanden.

Die Beobachtungsstudie erstreckte sich von 2011 bis 2015. In diesem Zeitraum untersuchten die Forscher 9.814 Patienten mit Insulinpumpe sowie 9.814 Patienten mit einer Injektionstherapie. Das Durchschnittsalter der Probanden lag bei 14,1 Jahren, alle Patienten waren seit mindestens einem Jahr an Typ-1-Diabetes erkrankt.

Weniger schwere Unterzuckerungen
Die Auswertung der Ergebnisse zeigte, dass bei den Nutzern der Pumpe weniger diabetesbedingte Komplikationen auftraten als bei den Nutzern der Injektionen. So verzeichneten die Experten in der ersten Gruppe (Pumpe) 9,55 schwere Unterzuckerungen pro 100 Patientenjahre* – bei der zweiten Gruppe (Injektionen) waren es 13,97 pro 100 Patientenjahre. Ebenso lag die Anzahl der sogenannten diabetischen Ketoazidosen bei den Pumpennutzern niedriger. Das sogenannte ketoazidotische diabetische Koma ist eine schwere, lebensbedrohliche Komplikation, die beim Typ-1-Diabetes auftreten kann.

Bessere Ergebnisse erzielte die erste Gruppe ebenso beim Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c). Dieser gibt Aufschluss darüber, wie gut der Blutzucker in den vergangenen Wochen eingestellt war und lässt somit Rückschlüsse auf die Wirksamkeit der Therapie zu. Auch der Bedarf an Insulin war bei den Pumpenpatienten niedriger: Sie brauchten im Schnitt 0,84 Einheiten pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Bei den Spritzenpatienten waren es 0.98 Einheiten.

Orientierungshilfe für Patienten und Eltern
Nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft sind in Deutschland rund 31.000 Kinder und Jugendliche von einem Typ-1-Diabetes betroffen. „Die Untersuchung gibt Eltern und Kindern wichtige Informationen an die Hand, um über die geeignete Therapieform zu entscheiden“, sagt Studienautorin Beate Karges von der RWTH Aachen in einer Pressemitteilung der Gesellschaft. Bei der Injektionstherapie wird das benötigte Insulin per Spritze unter die Haut gespritzt. Die Insulinpumpe, die dauerhaft am Körper getragen wird, übernimmt dies automatisch: Über einen Katheter, der ins Unterhautfettgewebe führt, versorgt das Medizingerät den Körper mit Insulin.

*Das Patientenjahr wird in vielen klinischen Studien verwendet und folgendermaßen berechnet: Wenn 15 Patienten 20 Jahre lang an einer Herzinfarkt-Studie teilnehmen, umfasst die Studie 300 Patientenjahre (15 x 20). Mit einer solchen Datenanalyse können Trends festgestellt und Risiken ermittelt werden.

 

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