Umfrage zu Onlinebeteiligung bei Gesundheitsfragen

Hilfesuche im Internet nimmt zu

Die digitale Welt eröffnet zunehmend neue Wege - auch in Gesundheitsfragen. Immer häufiger verlagern sich Arztpraxis oder Apotheke auf den heimischen Bildschirm. Einzige Voraussetzung: ein funktionierender Internetzugang. Inzwischen suchen bis zu 80 Prozent der deutschen Internetnutzer im Netz nach Informationen zu Gesundheitsthemen. Dies ergab eine Umfrage des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) zur Onlinebeteiligung in Gesundheitsfragen. Der Bericht basiert auf einer Onlinebefragung in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig. Befragt wurden dabei 1.115 Internetnutzer in Deutschland ab 16 Jahren. Die Stichprobe war nach Alter, Bildung, Geschlecht, Erwerbsstatus, Einkommen und Wohnort entsprechend dem Bevölkerungsdurchschnitt aufgebaut.  

Das Ergebnis: „Dr. Internet“ wird unter anderem bei Fragen zu Krankheitsbildern, Behandlungsmöglichkeiten und Gesundheitstipps zurate gezogen, aber auch bei der Suche nach Ärzten, Krankenhäusern oder Medikamenten.

Sehr beliebt: Onlinekauf von Arzneimitteln
Darüber hinaus wird das Internet auch zum Kauf von Medikamenten genutzt. Laut der Studie haben 61 Prozent der Umfrageteilnehmer bereits online Medikamente bestellt. 47 Prozent der Befragten kaufen mindestens einmal im Jahr Arzneimittel online, 21 Prozent mindestens einmal im Monat.

Neben der Funktion als Informationsplattform im gesundheitlichen Zusammenhang dient das Internet auch zunehmend dem Austausch von Nutzern untereinander. So berichten diese zum Beispiel im Netz von ihren Krankheitsbildern (13 Prozent), suchen Rat bei anderen Betroffenen und helfen sich in Onlineforen gegenseitig (18 Prozent) - eine Entwicklung, die Ärzte durchaus kritisch beurteilen. Schließlich ist ein Onlineforum im Ernstfall kein gleichwertiger Ersatz für den Gang zum Arzt oder Apotheker.

Kaum Onlinebewertung von Ärzten
Im Internet lässt sich so ziemlich alles bewerten: Restaurants, Hotels und eben auch Ärzte. Allerdings scheint die Möglichkeit, Medizinern im Internet eine Wertung zu geben, für die meisten Nutzer weitaus weniger interessant zu sein. „Über alle Altersgruppen hinweg ergreifen 76 Prozent der Internetnutzer diese Chance nie, immerhin 24 Prozent machen zumindest gelegentlich davon Gebrauch“, berichten die Studienautoren.

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