Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland

Mehr Erkrankungen, aber bessere Überlebensraten

Durch eine alternde Bevölkerung häufen sich in Deutschland auch die Krebsfälle. Die gute Nachricht: Die Überlebenschancen bei einer Krebserkrankung haben sich jedoch verbessert. Nach Angaben des aktuellen „Berichts zum Krebsgeschehen in Deutschland“ gehöre Deutschland zu den Ländern Europas mit den höchsten Überlebensraten nach einer Krebserkrankung. Der Bericht wird alle zwei Jahre als gemeinsame Publikation der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (GEKID) und des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) im Robert Koch-Institut herausgegeben. Die Ergebnisse der jetzigen Ausgabe beruhen auf Daten der epidemiologischen Krebsregistrierung bis zum Jahr 2014. Die Epidemiologie ist ein Teilgebiet der Medizin, das die Verteilung von Krankheiten in einer Bevölkerung untersucht.

Allgemeine Zahlen zu Krebserkrankungen
In Deutschland erkranken jedes Jahr schätzungsweise rund 480.000 Menschen neu an Krebs – davon betroffen sind rund 250.000 Männer und rund 230.000 Frauen.  Die häufigsten Tumor-Diagnosen an allen Krebsneuerkrankungen in Deutschland im Jahr 2014 waren: Brust- und Darmkrebs bei Frauen, Prostata- und Lungenkrebs bei Männern. Aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland ist zwischen 2010 und 2030 mit einem Anstieg der Krebsneuerkrankungen um mindestens 20 Prozent zu rechnen. Nach derzeitigem Stand erkrankt so gut wie jeder zweite Mann und jede zweite Frau im Laufe des Lebens an Krebs. Eine wesentliche, aber nicht die einzige Ursache ist die demografische Alterung der Bevölkerung in diesem Zeitraum. 

Risikofaktoren, die Krebs begünstigen
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ließen sich weltweit etwa 30 Prozent aller Krebserkrankungen durch Vorbeugung verhindern – vorausgesetzt gewisse Lebensstile werden vermieden. Zu diesen vermeidbaren Risikofaktoren zählen: Tabak- und Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung und Übergewicht. Weitere Risikofaktoren, die eine Krebsentstehung negativ beeinflussen: bestimmte chronische Infektionen, etwa durch Humane Papillomviren (HPV) oder Hepatitis B- und C-Viren, zudem Belastungen mit krebserregenden Stoffen in der Umwelt und am Arbeitsplatz sowie ultraviolette Strahlung des Sonnenlichts (UV-Licht). Unter den genannten Risikofaktoren hat der Tabakkonsum allerdings die größte Bedeutung. Nach Schätzungen des Zentrums für Krebsregisterdaten lassen sich etwa 16 Prozent aller Krebsfälle in Deutschland pro Jahr dem Rauchen zuordnen. Beispiel: Der Rauch von Tabak ist der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs. Bei Männern sind bis zu neun von zehn, bei Frauen mindestens sechs von zehn Erkrankungen auf aktives Rauchen zurückzuführen, heißt es im Krebsbericht.

Früherkennung kann Leben retten
Durch Maßnahmen der Krebsfrüherkennung können prognostisch günstigere Vor- oder Frühstadien bestimmter Erkrankungen erkannt und frühzeitig behandelt werden. Über 80 Prozent der deutschen Bevölkerung sollen die Angebote der Krankenkassen zur Krebsfrüherkennung kennen. Aber: Deutlich weniger Menschen nutzen diese regelmäßig – schätzungsweise 67 Prozent der Frauen ab 20 Jahren und nur 40 Prozent der Männer ab 35 Jahren.

Folgende Früherkennungsmaßnahmen gehören zum Leistungskatalog gesetzlicher Krankenkassen: Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs: Frauen ab einem Alter von 20 Jahren können diese jährlich nutzen. Sie ist ein Teil der Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane. Früherkennung von Brustkrebs: Für Frauen ab 30 Jahren – hierzu gehört das Abtasten der Brustdrüsen und der regionären Lymphknoten. Für Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren wird alle zwei Jahre eine Mammografie im Rahmen des Mammografie-Screening-Programms angeboten. Früherkennung von Prostatakrebs: Für Männer ab 45 Jahren wird die Untersuchung der Prostata jährlich angeboten. Früherkennung von Dickdarmkrebs: Frauen wie Männern im Alter von 50 bis 54 Jahren wird jährlich ein chemischer Stuhltest angeboten, um verstecktes Blut im Stuhl nachzuweisen. Personen ab einem Alter von 55 Jahren haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine Darmspiegelung. Ist der Befund unauffällig, wird eine erneute Spiegelung nach zehn Jahren abermals von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Hautkrebs-Früherkennung: Frauen und Männer haben ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening.                      

Den aktuellen Krebs-Bericht finden Sie hier: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Home/homepage_node.html

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