Für eine bessere Orientierung:

Deutsche Patienten wünschen sich mehr Informationen zur Qualifikation von Ärzten

Wo finde ich einen Facharzt, der sich mit der Behandlung meiner Erkrankung bestmöglich auskennt? Ist die technische Ausrüstung in der Praxis meines Hausarztes auf dem neuesten Stand? Auf Fragen wie diese finden Patienten vor dem ersten Besuch bei einem Mediziner häufig keine zuverlässigen Antworten. Über die Hälfte der Deutschen wünscht sich daher Zugang zu mehr neutralen Informationen, die ihnen eine bessere Orientierung im Bereich der ambulanten ärztlichen Versorgung ermöglichen. 

Studie der Bertelsmann Stiftung und der Weissen Liste

Zu diesen Ergebnissen kam eine Studie, die gemeinsam von der Bertelsmann Stiftung und der Weissen Liste in Auftrag gegeben worden ist. In die Auswertung flossen die Antworten von 1007 Befragten ab einem Alter von 14 Jahren mit ein. Ihnen zufolge befürchtet jeder 4. Deutsche (27 Prozent), aufgrund fehlender Informationen nicht den für ihn richtigen Arzt zu finden. Folgende Wünsche äußerten die Befragten unter anderem:

  • Für 94 Prozent der Befragten ist es wichtig, Informationen zu erhalten, die die Fachkenntnis des Arztes und seine Erfahrungen bezüglich der Behandlung der eigenen Krankheit betreffen.
  • 90 Prozent wünschen sich Informationen über die Hygienestandards in der Praxis.
  • Die Zufriedenheit anderer Patienten, die bereits von dem Arzt behandelt wurden, spielt für 75 Prozent eine wichtige Rolle (Bewertungen und Erfahrungen anderer Patienten).
  • Fast ebenso viele Befragte, etwa 74 Prozent, würden vor dem Besuch einer Praxis gerne wissen, wie es um deren technische Ausstattung bestellt ist, zum Beispiel in Form von Röntgen- und Ultraschallgeräten.

Arztsuchportale, die neutral und werbefrei sind

Eine Möglichkeit, die von den befragten Patienten wahrgenommene Informationslücke zu schließen, sei die Veröffentlichung der entsprechenden Auskünfte im Internet. Sogenannte Arztsuchportale sind in Deutschland bereits in verschiedenen Varianten und von verschiedenen Anbietern online. Die meisten jedoch arbeiten bisher mit jeweils eigenen Befragungen oder Kurzbewertungen, deren methodische Güte unterschiedlich ist. Für die Mehrheit der Befragten − für 86 Prozent − ist es wichtig, dass derartige Arztsuchportale neutral und werbefrei gestaltet sind.

Internationaler Vergleich: Deutschland bleibt zurück

Eine die Befragung begleitende Analyse ergab, dass die Idee eines umfassenden und neutralen Informationsportals in anderen Ländern bereits umgesetzt ist. Insbesondere in den angelsächsischen Ländern könnten Patienten sich ohne Zugangsbeschränkungen zum Beispiel darüber informieren, welche Leistungen ein Arzt wie oft und in welcher Qualität anbietet. In England biete ein Portal des staatlichen Gesundheitsdienstes umfangreiche Informationen in einer für Laien leicht verständlichen Darstellung. Um diesen Service bieten zu können, werden Routinedaten ausgewertet sowie zweimal jährlich Patienten befragt.

„Die Studienergebnisse zeigen, dass Deutschland im internationalen Vergleich zurückbleibt“, sagt Roland Rischer, Geschäftsführer der Weissen Liste. Gesundheitspolitiker seien gefordert, den gesetzlichen Rahmen so zu verändern, dass Patienten in Deutschland alle benötigten Informationen haben, um den richtigen Arzt zu finden.

Ausführliche Informationen zur Studie finden Sie auf der Seite der Bertelsmann Stiftung: 
https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2018/mai/jeder-vierte-fuerchtet-wegen-fehlender-infos-nicht-den-richtigen-arzt-zu-finden/

Hintergrund: Weisse Liste

Die Weisse Liste ist ein Projekt der Bertelsmann Stiftung. Sie möchte Patienten und deren Angehörigen dabei helfen, einen geeigneten Hausarzt, Facharzt oder Zahnarzt in ihrer Wohnortnähe oder ein passendes Krankenhaus zu finden. Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen unterstützen die Weisse Liste als strategischen Partner und Co-Initiatoren. Das Angebot ist kosten- und werbefrei.

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