Impfung gegen humane Papillomviren (HPV): 

Auch Jungen können sich jetzt impfen lassen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) nun auch offiziell für Jungen. Bisher richtete sich die Impfempfehlung ausschließlich an Mädchen – seit Ende Juni 2018 gilt sie für beide Geschlechter.

Die nun erweiterte STIKO-Empfehlung auf eine geschlechtsneutrale HPV-Impfung von Kindern und Jugendlichen begrüßt auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. Es würde dazu führen, dass mehr Menschen gegen HPV geimpft und damit geschützt werden, zudem würde sich der Herdenschutz verbessern. Wann spricht man von Herdenschutz oder Herdenimmunität? Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung macht darauf aufmerksam, dass man durch den eigenen Impfschutz gleichzeitig zum Schutz der Gemeinschaft beiträgt. Durch den eigenen Impfschutz schützt man eben auch andere: Beispielsweise Menschen, die sich nicht impfen lassen können und darauf angewiesen sind, dass Menschen in ihrem Umfeld geimpft sind und ihnen somit Schutz vor der Ansteckung mit einer Krankheit bieten.

Tipp: Auf der Website impfen-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird Herdenimmunität erklärt:

https://www.impfen-info.de/wissenswertes/herdenimmunitaet/

Empfohlenes Impfalter: zwischen 9 und 14 Jahren

Das empfohlene Impfalter liegt zwischen 9 bis 14 Jahren. Wer eine Impfung versäumt, sollte sie so früh wie möglich nachholen – dies kann bis zum Alter von 17 Jahren erfolgen. Die STIKO empfiehlt grundlegend eine möglichst frühzeitige Impfung und idealerweise vor der Aufnahme erster sexueller Kontakte. Warum vor dem ersten sexuellen Kontakt? Ein Schutz gegen einen der im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen kann nicht mehr erreicht werden, wenn es bereits zu einer Infektion gekommen ist. Zu einer Infektion kann es schon beim ersten sexuellen Kontakt kommen. Studien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Deutschland haben gezeigt, dass 94 Prozent der Mädchen (mit Migrationshintergrund 96 Prozent) und 97 Prozent der Jungen (mit Migrationshintergrund 86 Prozent) zum Zeitpunkt des ersten Geschlechtsverkehrs älter als 14 Jahre sind.

Vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten schützen

Laut Robert Koch-Institut konnten bisher über 200 verschiedene Typen von humanen Papillomviren identifiziert werden. Die meisten dieser HP-Virentypen sind nicht zwingend gefährlich, sogar relativ harmlos. Aber manche Typen können unter bestimmten Umständen Krebs auslösen, zum Beispiel den Gebärmutterhalskrebs. Seit einigen Jahren gibt es daher Impfstoffe gegen die wichtigsten sogenannten Hochrisiko-HPV-Typen.

Hilfreiche Links

Ausführliche Informationen zur HPV-Impfung erhalten Sie auf der Seite des Robert Koch-Instituts sowie auf der Seite des Krebsinformationsdienstes:

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/HPV/FAQ-Liste_HPV_Impfen.html

https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/hpv-impfung.php#inhalt3

Ebenfalls umfangreiche Informationen und Wissenswertes zu Impfungen für Kinder und Erwachsene sowie Hintergrundtexte unter anderem zur Herdenimmunität finden Sie auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): 

https://www.impfen-info.de/

https://www.kindergesundheit-info.de/themen/

https://www.infektionsschutz.de/

Informationen zur Kinder- und Jugendgesundheit erhalten Sie auch auf der Website des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.:

www.kinderaerzte-im-netz.de

Lese-Tipp für junge Menschen: Onlineportal liebesleben.de

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat zur Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) (gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland) eine Aufklärungskampagne ins Leben gerufen:

www.liebesleben.de

Hier können sich junge Interessierte unter anderem eine Broschüre zu HPV und Feigwarzen kostenfrei herunterladen:

https://www.liebesleben.de/fuer-alle/sexuell-uebertragbare-infektionen/hpv-feigwarzen/

Sie haben Fragen und wünschen eine persönliche Beratung zu gesundheitlichen und gesundheits- sowie sozialrechtlichen Themen?

Unsere UPD-Experten beantworten Ihre Fragen:

Wichtiger Hinweis: Bitte schicken Sie uns keine Original-Unterlagen mit der Post zu, sondern ausschließlich Kopien. Wir können leider keine Rücksendung Ihrer Unterlagen vornehmen. Aus Datenschutzgründen werden Ihre Dokumente nach der Bearbeitung Ihres Anliegens ordnungsgemäß vernichtet.

© 2017 UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH – Dieses gesundheitsbezogene Informationsangebot dient lediglich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden.