Angst vor Alzheimer steigt mit zunehmendem Alter

Repräsentative Umfrage der Alzheimer Forschung Initiative

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 300.000 Personen neu an einer Demenz. Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Erkrankung: Weltweit macht sie rund 65 Prozent der Demenzfälle aus. Die Angst, an Alzheimer zu erkranken, ist bei Frauen größer als bei Männern. Zudem steigt sie mit zunehmendem Alter. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Umfrage, die im Auftrag der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) durchgeführt wurde.

An der Umfrage nahmen 1.271 Personen ab einem Alter von 16 Jahren teil. 40 Prozent der Befragten fürchteten sich davor, selbst an Alzheimer zu erkranken. Bei den Befragten, die einen an Alzheimer erkrankten Angehörigen haben, lag die Zahl mit 58 Prozent deutlich höher.

Frauen machen sich mehr Sorgen

Unterschiede gab es unter anderem bei den Geschlechtern: Während sich 33 Prozent der Männer bezüglich einer Erkrankung Sorgen machten, waren es bei den Frauen 47 Prozent. Ebenso gab es in den Altersgruppen beträchtliche Unterschiede: Bei den unter 30-Jährigen waren es lediglich 14 Prozent, die sich davor fürchteten, an Alzheimer zu erkranken. Bei den über 70-Jährigen hingegen waren es bereits 61 Prozent.

Krankheit oder normaler Alterungsprozess?

Fakt ist: Die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken, steigt mit dem Alter. Zudem sind Frauen statistisch tatsächlich häufiger betroffen (siehe unten). Allerdings ist dabei auch wichtig zu wissen, dass nicht hinter jeder Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter eine Erkrankung steckt. So können zum Beispiel Gedächtnisprobleme  zwar ein Zeichen der Alzheimer-Krankheit sein, sie müssen es jedoch nicht. Eine leichte Vergesslichkeit, so informiert die Alzheimer Forschung Initiative, gehöre zum normalen Alterungsprozess. Deshalb sei es wichtig, auftretende Gedächtnisprobleme von einem Arzt untersuchen und die Ursache feststellen zu lassen.

Hintergrund: Was ist die Alzheimer-Erkrankung?

Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende Erkrankung, die mit einem Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit einhergeht. Dazu gehören zum Beispiel Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Sprachstörungen oder Störungen des Denk- und Urteilsvermögens. Ebenso können Veränderungen der Persönlichkeit auftreten. Ausgelöst wird diese Entwicklung durch das Absterben von Nervenzellen in bestimmten Bereichen des Gehirns. Die genaue Ursache ist bislang nicht bekannt.

Wie häufig ist Alzheimer?

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz – auf sie entfallen laut Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. rund zwei Drittel der 1,6 Millionen Demenzpatienten in Deutschland.

Die Wahrscheinlichkeit, an einer Form der Demenz zu erkranken, steigt mit dem Alter: Während in der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen (Stand 2014) lediglich 1,6 Prozent der Bevölkerung betroffen sind, steigt die Zahl bei der Altersgruppe ab 90 Jahren auf knapp über 40 Prozent. Zwei Drittel aller Erkrankten haben bereits das 80. Lebensjahr vollendet.

Mehrzahl der Patienten ist weiblich

Frauen sind häufiger von einer Demenz betroffen als Männer: Im höheren Lebensalter entfallen rund 70 Prozent der Erkrankungen auf das weibliche Geschlecht. Ein Grund: die höhere Lebenserwartung von Frauen. Da sie statistisch gesehen länger leben als Männer, sind sie in den höchsten Altersgruppen – in denen das Risiko für eine Demenzerkrankung stark ansteigt – zahlreicher vertreten. 

Erste Anzeichen erkennen

Der individuelle Verlauf der Alzheimer-Erkrankung ist von Fall zu Fall verschieden. Im frühen Stadium, das 5 bis 10 Jahre dauern kann, können sich unter anderem folgende Symptome zeigen:

  • Betroffene können sich neue Informationen nicht mehr gut merken oder verlegen Gegenstände.
  • Es fällt ihnen zunehmend schwerer, sich auf Gespräche zu konzentrieren und dem Verlauf des Gesprächs zu folgen.
  • Bestimmte Wörter kommen ihnen nicht in den Sinn.
  • Es treten erste Orientierungsprobleme auf. Es fällt Betroffenen schwer, sich in fremden Umgebungen zurechtzufinden.

Treten derartige Anzeichen auf, sollte ein Arzt um Rat gefragt werden. Die Alzheimer-Erkrankung kann nicht geheilt werden. Doch eine frühzeitige Therapie kann ihren Verlauf verlangsamen.

Weitere Informationen zum Thema Alzheimer:

https://www.patientenberatung.de/de/gesundheit/krankheit-von-a-z/alzheimer-krankheit

https://www.alzheimer-forschung.de/alzheimer/

Sie haben Fragen und wünschen eine persönliche Beratung zu gesundheitlichen und gesundheits- sowie sozialrechtlichen Themen?

Unsere UPD-Experten beantworten Ihre Fragen:

Wichtiger Hinweis: Bitte schicken Sie uns keine Original-Unterlagen mit der Post zu, sondern ausschließlich Kopien. Wir können leider keine Rücksendung Ihrer Unterlagen vornehmen. Aus Datenschutzgründen werden Ihre Dokumente nach der Bearbeitung Ihres Anliegens ordnungsgemäß vernichtet.

© 2017 UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH – Dieses gesundheitsbezogene Informationsangebot dient lediglich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden.