Kennen Sie den Hantavirus?

2017 mehr Infektionen als in den Jahren zuvor

Laut Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin haben sich im Jahr 2017 in Deutschland deutlich mehr Menschen mit dem Hantavirus (siehe Infokasten) angesteckt als in den Jahren zuvor. Im vergangenen Jahr registrierte das RKI 1.713 Fälle von Hantavirus-Infektionen in Deutschland. Damit lag die Fallzahl deutlich über den jährlichen Durchschnittszahlen seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001. Ähnlich hoch beziehungsweise höher waren diese zuletzt in den Jahren 2007 (1.687 Fälle), 2010 (2.016 Fälle) und 2012 (2.825 Fälle). 2016 wurden 281 Fälle gemeldet. Die Infektionskrankheit wird unter anderem durch den Kontakt zu Ausscheidungen von Nagetieren wie Mäusen oder Ratten übertragen.

Verbreitung durch Nagetiere

Starke Schwankungen der jährlichen Meldezahlen gelten bei dieser Erkrankung als normal, denn die Anzahl an Erkrankungen pro Jahr hängt auch davon ab, wie gut sich in diesem Zeitraum bestimmte Nagetiere, die als Überträger des Hantavirus gelten, vermehrt haben. So ist die Infektionsrate besonders hoch, wenn in bestimmten Gebieten Deutschlands eine hohe Population an infizierten Rötelmäusen vorliegt. Gibt es zum Beispiel durch günstige Witterung und gutes Nahrungsangebot besonders viele infizierte Tiere, steigt auch das Übertragungsrisiko auf den Menschen. Die Viren werden von infizierten Nagern über Speichel, Urin und Kot ausgeschieden. Der Mensch infiziert sich über den Kontakt mit diesen Ausscheidungen, wenn verunreinigter Staub aufgewirbelt und die Erreger eingeatmet werden. Ein direkter Kontakt mit infizierten Tieren ist nicht nötig, es kann aber zu einer Infektion durch Bisse kommen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch sowie eine Ansteckung über Haustiere oder Insektenstiche ist eher unwahrscheinlich. Zu den Gebieten, in denen ein erhöhtes Risiko besteht, sich mit Hantaviren zu infizieren, gehören die Schwäbische Alb, der Raum Osnabrück, Unterfranken, der Odenwald, Oberschwaben, die Fränkische Alb, der Bayerische Wald, Osthessen und Westthüringen.

Das Ansteckungsrisiko lässt sich unter anderem durch folgende Vorsichtsmaßnahmen minimieren:

  • Vermeiden Sie Kontakt zu Nagern und deren Ausscheidungen.
  • Sichern Sie Ihren Wohnbereich und dessen nähere Umgebung so ab, dass keine Nagetiere eindringen können.
  • Bewahren Sie Lebensmittel für Nager unzugänglich auf.
  • Lassen Sie Tierfutter und Wasser nicht über Nacht stehen.
  • Beseitigen Sie Abfälle in gut verschließbaren Mülleimern und geben Sie Essensreste nicht in den Kompost.
  • Tragen Sie bei der Beseitigung von toten Nagetieren Gummihandschuhe und bei Staubentwicklung möglichst einen eng anliegenden Mundnasenschutz.

Was ist der Hantavirus?

Hantaviren kommen weltweit vor, allerdings finden sich unterschiedliche Virustypen in den jeweiligen Ländern, die unterschiedliche Erkrankungen hervorrufen können. Asiatische und europäische Hantavirus-Stämme sind Auslöser des Hämorrhagischen Fiebers mit renalem Syndrom (HFRS). Dabei handelt es sich um eine infektiöse Fiebererkrankung, die mit Blutungen und Nierenbeschwerden einhergeht. Im schlimmsten Fall kann sie zu Nierenversagen führen. In Deutschland ist das allerdings eher selten. Die hierzulande typische eher milde Verlaufsform des HFRS bleibt oft unbemerkt, da keine oder kaum Symptome auftreten. Bei einigen Infizierten kommt es zu grippeähnlichen Symptomen, beginnend mit dem akuten Auftreten von hohem Fieber, das meist für 3 bis 4 Tage anhält. Dazu kommen zum Beispiel Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost. Anschließend kann es zu einem Blutdruckabfall und zu Nierenproblemen kommen. Eine Infektion mit dem Hantavirus ist übrigens meldepflichtig.

Weitere Informationen zur Erkrankung sowie Fragen und Antworten zur Vermeidung von Hantavirus-Infektionen finden Verbraucher als PDF auf der Website des Robert Koch-Instituts unter:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/H/Hantavirus/Merkblatt_PDF.pdf?__blob=publicationFile

Sie haben Fragen und wünschen eine persönliche Beratung zu gesundheitlichen und gesundheits- sowie sozialrechtlichen Themen?

Unsere UPD-Experten beantworten Ihre Fragen:

Wichtiger Hinweis: Bitte schicken Sie uns keine Original-Unterlagen mit der Post zu, sondern ausschließlich Kopien. Wir können leider keine Rücksendung Ihrer Unterlagen vornehmen. Aus Datenschutzgründen werden Ihre Dokumente nach der Bearbeitung Ihres Anliegens ordnungsgemäß vernichtet.

© 2017 UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH – Dieses gesundheitsbezogene Informationsangebot dient lediglich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden.