Nach dem Herzinfarkt

Sport kann das Sterberisiko senken

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind in Deutschland die häufigste Todesursache. Rund 220.000 Menschen erlitten im Jahr 2015 einen akuten Herzinfarkt, über 49.000 verstarben an dem Ereignis. Wer den Infarkt überlebt, kann durch regelmäßige sportliche Betätigung seine Überlebenschancen in den Folgejahren deutlich erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus Schweden.

Die Studie wurde kürzlich auf dem kardiologischen Kongress „EuroPrevent 2018“ der European Society of Cardiology vorgestellt. Für ihre Forschungen befragten die schwedischen Wissenschaftler über 22.000 Patienten, die zwischen 2005 und 2013 einen Herzinfarkt erlitten hatten. Zweimal gaben die Probanden darüber Auskunft, wie häufig sie in den vorangegangenen 7 Tagen sportlich aktiv waren: einmal zwischen 6 und 10 Wochen nach dem Infarkt, ein zweites Mal 12 Monate nach dem Infarkt. Die Trainingseinheiten der Probanden mussten mindestens 30 Minuten lang sein, um als solche zu zählen.

Anhand der Antworten teilten die Wissenschaftler die Patienten in 4 verschiedene Gruppen ein. Die 1. Gruppe war zwischen den beiden Abfragen konstant inaktiv. Die 2. Gruppe betätigte sich weiterhin sportlich, reduzierte jedoch die Aktivität im Verlauf des abgefragten Zeitraumes. Probanden in Gruppe 3 steigerten ihre sportliche Aktivität, Gruppe 4 hielt ein konstantes Level.

Stärkster Effekt bei konstanter Aktivität

Die Entwicklung jedes Patienten wurde rund 4 Jahre lang beobachtet. Innerhalb dieses Zeitraums verstarben 1.087 der Probanden. Bei der Auswertung der Daten fanden die Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen dem Aktivitätslevel und der Sterblichkeit der Probanden. Im Vergleich zu Patienten, die konstant inaktiv waren, hatten die Patienten aus den 3 aktiven Gruppen ein niedrigeres Risiko, innerhalb des beobachteten Zeitraums zu versterben.

Patienten, die zwar aktiv waren, zwischen den beiden Abfragen ihre Aktivität jedoch reduzierten, kamen im Vergleich zu den komplett inaktiven Patienten auf ein um 37 Prozent geringeres Sterblichkeitsrisiko. Bei Probanden, die ihre Aktivität steigerten, sank das Risiko um 51 Prozent. Der stärkste Effekt zeigte sich bei Probanden, die über den abgefragten Zeitraum hinweg ein gleichbleibendes Maß an sportlicher Betätigung einhielten: Im Vergleich zu den inaktiven Probanden war ihr Risiko zu versterben um 59 Prozent niedriger.

Weitere Studien nötig

Die Autoren der Studie empfehlen: Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten haben, sollten eine regelmäßige sportliche Aktivität ausüben, mindestens zweimal pro Woche. Welche Sportart zu diesem Zweck am besten geeignet ist, und mit welcher Intensität die körperliche Betätigung erfolgen sollte, müsse jedoch noch näher untersucht werden.

Unabhängig von der Studie gilt darüber hinaus: Das individuell richtige sportliche Maß sollten Herzinfarkt-Betroffene immer mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.

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