Immer noch zu viele Masernfälle in Deutschland

Ausrottungsziel schon jetzt verfehlt

Die erste Hälfte des Jahres 2018 ist noch nicht rum, doch die Anzahl an Masernerkrankungen in Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) schon deutlich höher, als es die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, kurz: WHO) als Ziel fordert. Zwar liegt die Anzahl der Fälle deutlich unter denen von 2017. Um aber das Ziel zu erreichen, die Masern bis zum Jahr 2020 in Europa auszurotten, müsse die Zahl laut WHO unter 80 Fällen pro Jahr liegen – schon jetzt ist dieses Ziel verfehlt, wie aktuelle Zahlen aus 2018 zeigen.

Masernaktivität: Rückblick 2017 und Status 2018

Für das Jahr 2017 wurden dem RKI Daten von insgesamt 930 Masernfällen übermittelt – davon 521 Fälle in Nordrhein-Westfalen (NRW). Die Region war damit im vergangenen Jahr besonders betroffen. 2018 setzt sich die Masernaktivität fort, allerdings ist die Gesamtzahl der Erkrankungen in Deutschland nach dem Ausbruch 2017 gesunken: Laut RKI wurden seit Beginn 2018 über 255 Masernfälle gemeldet (Stand: 6. Juni 2018), im selben Zeitraum 2017 waren es 775 Fälle. Nichtsdestotrotz wird das Ziel der WHO, die Erkrankung bis zum Jahr 2020 in Europa auszurotten, damit unrealistisch; die WHO-Forderung liegt bei unter 80 Fällen pro Jahr. Insgesamt betroffen bisher: hauptsächlich Kleinkinder (unter 2-Jährige) sowie Jugendliche und junge Erwachsene bis zum 40. Lebensjahr.  

Impflücken bei Erwachsenen

Über 30 Prozent der Masernfälle in Deutschland betreffen mittlerweile die Altersgruppe der über 20-Jährigen, meldet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin. Häufig haben sie in ihrer Jugend nur eine der beiden erforderlichen Impfungen erhalten. Und: Nur etwa einem Viertel der nach 1970 geborenen Erwachsenen ist bekannt, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) die Masernimpfung für ihre Altersgruppe empfiehlt. Darüber hinaus: Bei den Patienten, bei denen Informationen zum Impfstatus vorlagen, waren 84 Prozent nicht geimpft – das teilte das RKI im Mai 2018 zur aktuellen Masernsituation mit. Es gilt, die Impflücken zu schließen.

Keine harmlose Kinderkrankheit

Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen Masern mit einem sogenannten MMR-Kombinationsimpfstoff, der neben Masern auch vor Mumps und Röteln schützt. Grundsätzlich kann jeder an Masern erkranken, an dem die Infektion bisher vorbeigegangen ist und/oder der keinen ausreichenden Impfschutz besitzt. Besonders gefährdet sind Säuglinge, deren Immunsystem noch nicht voll ausgereift ist und die zu jung für eine Impfung sind. Sowie Menschen mit geschwächter Abwehrlage, die selbst nicht gegen Masern geimpft werden können. Säuglinge und Erwachsene haben zudem ein höheres Risiko, bei einer Masernerkrankung Komplikationen zu entwickeln. Das RKI empfiehlt, jede Gelegenheit zu nutzen, den Impfstatus zu überprüfen und empfohlene, bisher noch nicht durchgeführte Masern-Mumps-Röteln-Impfungen so schnell wie möglich nachzuholen.

Weitere Informationen zur Masernerkrankung sowie Fragen und Antworten zur Impfung finden Verbraucher auf der Website des Robert Koch-Instituts unter:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/M/Masern/Masern.html

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