FSME-Infektionen

Warum der Zeckenschutz wichtig ist 

Die FSME-Fallzahlen sind im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 59 Prozent gestiegen.In Deutschland besteht weiterhin − vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch im südlichen Teil von Hessen sowie im südöstlichen Thüringen − ein erhöhtes Risiko, durch Zeckenstiche mit dem FSME-Virus infiziert zu werden. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat zusammen mit der Ständigen Impfkommission (STIKO) in der aktuellen Ausgabe des Epidemiologischen Bulletins aktuelle Zahlen und Risikogebiete bekannt gegeben. Empfohlener Schutz: FSME-Impfungen.

In der neuen Ausgabe des Epidemiologischen Bulletins hat das Robert Koch-Institut zusammen mit der Ständigen Impfkommission die Risikogebiete der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bekannt gegeben. Die aktualisierte Darstellung der Risikogebiete in Deutschland ist nach Bundesländern und Kreisgebieten eingeteilt und soll als Grundlage für gezielte vorbeugende Maßnahmen dienen.

Erkrankungsrisiko steigt ab dem Alter von 40 Jahren
Im Jahr 2015 wurden dem Robert Koch-Institut insgesamt 219 Erkrankungen gemeldet, 2016 waren es bereits 348 Erkrankungen. Das ist eine Steigerung der FSME-Fallzahlen um 59 Prozent. Das Erkrankungsrisiko steigt ab dem Alter von 40 Jahren deutlich an, teilt das RKI mit. Die Erkrankung wird zudem häufiger bei Männern als bei Frauen festgestellt.
Allerdings: In den Bundesländern mit den meisten FSME-Fällen (Bayern und Baden-Württemberg) erkrankten 2016 erstmals mehr Frauen als Männer in der Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen.

In Deutschland besteht weiterhin ein Risiko für eine FSME-Infektion vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen und im südöstlichen Thüringen. Laut RKI gehören folgende Bundesländer zu den definierten FSME-Risikogebieten: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen. Danach folgen Bundesländer mit vereinzelt auftretenden FSME-Erkrankungen, in denen aber kein Landkreis die Definition für ein FSME-Risikogebiet erfüllt: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Berlin. Zuletzt folgen die Bundesländer, in denen bisher keine FSME-Erkrankung erworben worden ist: Bremen und Hamburg. Die Veröffentlichung ist für alle Bundesbürger im Internet auf der Seite des Robert Koch-Instituts zugänglich:  http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/17_17.pdf?__blob=publicationFile

Wie man vorbeugen kann
Es gibt einige Schutzmaßnahmen, um einer Infektion vorzubeugen. Das FSME-Virus wird über Zecken auf den Menschen übertragen. Typische Lebensräume für Zecken, die ausreichend Feuchtigkeit benötigen: Wälder, Waldränder, Flächen mit hohem Gras oder Büschen, aber auch Gärten und Parks. Zeckenstichen kann man mit dem Tragen von heller und geschlossener Kleidung vorbeugen. Das Durchqueren von Unterholz und hohen Gräsern sollte gemieden werden. Sogenannte Repellents und Anti-Zecken-Sprays schützen nur einen begrenzten Zeitraum, meistens nur wenige Stunden.

Bester Schutz: Gegen FSME ist eine Impfung möglich, die Schutz gegen eine Übertragung von FSME-Viren bieten kann. Die STIKO empfiehlt daher dringend die FSME-Impfung:

  • Personen, die in Risikogebieten leben oder arbeiten und dabei ein Risiko für Zeckenstiche haben
  • Personen, die sich aus anderen Gründen in Risikogebieten aufhalten und dabei ein Risiko für Zeckenstiche haben

Was tun bei einem Zeckenstich?
Nach einem Waldspaziergang beispielsweise sollte man seinen Körper genau überprüfen und schauen, ob man von einer Zecke befallen ist. Ist dies der Fall, sollte die Zecke umgehend entfernt und die Wunde sorgfältig desinfiziert werden.
Wichtig: Das RKI teilt mit, dass FSME-Viren bereits beim Beginn des Blutsaugens von der Zecke auf den Menschen übertragen werden können – im Gegensatz zur Übertragung von Borrelien durch Zecken auf den Menschen, die erst nach etwa 24 Stunden nach Beginn des Saugaktes erfolgt. Daher kann das Absuchen des Körpers nach Zecken und ihre schnelle Entfernung zur Verhütung der FSME nur wenig Schutz bieten. Was sind die Zeichen einer Erkrankung infolge von FSME-Viren? Meistens beginnen die Beschwerden eher unspezifisch und grippeähnlich. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwischen sieben und 14 Tagen. Wer solche Beschwerden feststellt, sollte umgehend zum Arzt gehen.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt Präventionsmaßnahmen auf ihren Internetseiten zur Verfügung: www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/zeckenschutz0/

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