Einladung zur Mammografie:

Aktualisiertes Informationsmaterial soll Frauen die Entscheidung erleichtern

Alle zwei Jahre haben Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren die Möglichkeit, an einer Mammografie zur Früherkennung von Brustkrebs teilzunehmen. Ihrer schriftlichen Einladung zum Termin liegt ab sofort aktualisiertes Informationsmaterial bei. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Merkblatt, das bislang verschickt wurde, zu einer Entscheidungshilfe weiterentwickelt. Die Broschüre enthält unter anderem Informationen zur Häufigkeit von Brustkrebserkrankungen in bestimmten Altersklassen, zum Ablauf der Mammografie sowie der Frage, wie es für Patientinnen nach einem auffälligen Befund weitergeht. Zudem werden die Vor- und Nachteile der Untersuchung beleuchtet und mithilfe von Statistiken verdeutlicht. Eine Check-Liste fasst die wesentlichen Aussagen zum Mammografie-Programm noch einmal zusammen. Sie soll Frauen dabei unterstützen, sich auf der Grundlage von Fakten für oder gegen die Teilnahme am Programm zu entscheiden, und kann als Grundlage für ein Arztgespräch genutzt werden.

Frühes Stadium, bessere Heilungschance
Die Mammografie kann die Entstehung von Brustkrebs nicht verhindern. Sie erleichtert jedoch eine frühzeitige Diagnose. Diese wiederum verbessert die Heilungschancen und verringert das Risiko, an dem Tumor zu versterben. Von 1.000 Frauen, die an der Untersuchung teilnehmen, erhalten etwa 970 Frauen einen unauffälligen Befund. Unter den 30 Frauen, die einen auffälligen Befund erhalten, befinden sich laut Statistik sechs Frauen, bei denen sich nach weiteren Untersuchungen der Verdacht auf Brustkrebs bestätigt. Die meisten Tumore wurden laut Angaben der Kooperationsgemeinschaft Mammografie im Jahr 2015 in einem frühen Stadium entdeckt, also in einer meist noch nicht tastbaren Größe und ohne Lymphknotenbefall.

Gefahr der Überdiagnose
Ein Nachteil der Mammografie ist das Risiko einer Überdiagnose. Diese kann zum Beispiel auftreten, wenn durch die Mammografie ein langsam oder nicht wachsender Tumor entdeckt wird – und der Krebs der Patientin Zeit ihres Lebens keine Probleme verursacht hätte. Da jedoch auch Experten nicht mit Sicherheit voraussagen können, ob der Tumor in der Brust wachsen wird oder nicht, werden sie der Patientin wahrscheinlich zu einer Therapie raten. Entscheidet sie sich daraufhin für eine Behandlung, geht diese eventuell mit psychischen und körperlichen Belastungen einher, die nicht nötig gewesen wären. Von 1.000 Frauen, die im Alter von 50 bis 69 Jahren regelmäßig am Mammografie-Programm teilnehmen, erhalten etwa neun bis zwölf Frauen eine Überdiagnose. Hintergrund: Bei einer Mammografie wird die Brust der Frau mithilfe einer speziellen Ausrüstung geröntgt. Möglich ist dies in Zentren, die zum deutschen Mammografie-Screening-Programm gehören. Die Untersuchung wird durch eine Röntgenassistentin durchgeführt, ein Arzt ist in der Regel nicht anwesend. Vor der Untersuchung haben Frauen jedoch das Recht auf eine persönliche Aufklärung durch einen Arzt des Programms. Ist ein solches Gespräch gewünscht, kann ein separater Termin vereinbart werden. Zwei Spezialisten werten die Aufnahmen der Untersuchung unabhängig voneinander aus. Innerhalb von sieben Werktagen nach dem Termin erhält die Patientin einen Brief mit dem Ergebnis der Mammografie. Ist der Befund auffällig, heißt dies nicht zwingend, dass ein Tumor vorliegt. Es besteht jedoch Bedarf für weitere Untersuchungen, zum Beispiel für eine Ultraschalldiagnostik. Bei rund zwei Dritteln der betroffenen Frauen kann durch bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalldiagnostik eine Brustkrebserkrankung ausgeschlossen werden.

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