Auch Väter können Babyblues bekommen

Durch Studie belegt

Auch Papas können den sogenannten Babyblues bekommen. Eine aktuelle Studie aus Neuseeland zeigt, dass die Schwangerschaft der Partnerin und die erste Zeit mit dem Baby auch für Väter ernste psychische Folgen haben können.

Ein wissenschaftliches Team der Universität Auckland untersuchte, wie sich Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach auf die Stimmung der Väter nieder-schlagen. Mit den Vätern wurden zwei Interviews geführt, im letzten Schwangerschaftstrimester sowie neun Monate nach der Niederkunft. An der ersten Befragung nahmen über 3.800 Männer teil, an der zweiten mit knapp 3.550 Männern etwas weniger. Für die finale Auswertung konnten die Daten von insgesamt rund 3.500 Männern herangezogen werden. Das Ergebnis: Die Wissenschaftler berichten, dass 2,3 Prozent der teilnehmenden Väter vor und 4,3 Prozent nach der Geburt Zeichen einer Depression zeigten. Die postnatalen Depressionen kommen somit häufiger vor.

Anamnese: Vorgeschichte der Männer wichtig
Teilnehmende Männer, die bereits in der Vergangenheit an einer Depression litten, hatten laut Forscher eine größere Wahrscheinlichkeit, vor oder nach der Geburt des Babys erneut eine solche Störung zu entwickeln. Bei den Männern, die zuvor noch nie eine depressive Störung hatten, bestand dagegen ein geringeres Risiko, während der Schwangerschaft der Partnerin oder nach der Geburt daran zu erkranken. Die passenden Studiendaten: 25,6 Prozent gegenüber 7,8 Prozent in der Schwangerschaft der Partnerin bzw. 28,1 Prozent gegenüber 7,4 Prozent nach der Geburt.

Faktoren, die depressive Störungen begünstigen

1. Bei Männern während der Schwangerschaft der Frauen: Der subjektiv empfundene Stress und der allgemeine Gesundheitszustand. Interessant: Bei erhöhtem Stressniveau stieg das Depressionsrisiko um 38 Prozent, bei schlechter bis mittlerer Gesundheit verdoppelte es sich. Werdende Väter, die aus Rücksicht auf die schwangere Partnerin auf den Alkoholkonsum verzichteten, hatten ein doppelt so hohes Depressionsrisiko wie die Männer, die weiterhin Alkohol tranken.

2. Bei Männern nach der Geburt des Kindes: Hier standen andere Risikofaktoren im Vordergrund wie eine Depression in der persönlichen Vorgeschichte, Rauchen während der Schwangerschaft der Partnerin sowie ein allgemein schlechter Gesundheitszustand. Interessant: Hinzu kamen weitere Aspekte wie Probleme mit der Partnerin, in der Familie oder im Umfeld sowie Jobverlust.

Weitere Leidensfaktoren: Eine sehr enge Mutter-Kind-Bindung nach der Geburt, vor allem, wenn es sich um das erste Kind handelt und es außerdem gestillt wird. Oft fühlen sich die Väter ausgeschlossen.

Screening auf Depressionen bei werdenden Vätern
Die Wissenschaftler aus Neuseeland empfehlen daher, die Väter auf eine Depression hin zu untersuchen, bei denen bekannt ist, dass sie ein psychisches Problem in der Vorgeschichte hatten sowie während der Schwangerschaft sehr gestresst und/oder gesundheitlich angeschlagen erscheinen. Daher: Bei Existenzängsten, Jobverlust oder familiären Problemen sollte den (werdenden) Vätern möglichst früh Hilfe angeboten werden. Dies trage zum Schutze des Babys bei, denn depressive Verstimmungen bei Vätern oder Müttern beeinträchtigen auch das Wohl und die Entwicklung des Kindes.

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