STIKO-Empfehlung:

Grippeimpfung per Nasenspray bei Kindern und Jugendlichen nur noch in Spezialfällen bevorzugen

In speziellen Fällen – zum Beispiel bei einer chronischen Grunderkrankung, etwa einem Lungenleiden – rät ein Arzt auch bei einem Kind oder Jugendlichen zur jährlichen Impfung gegen die saisonale Grippe (Influenza). Für junge Patienten zwischen zwei und 17 Jahren gibt es in diesem Fall zwei Möglichkeiten: Der Arzt kann einen Lebendimpfstoff per Nasenspray verabreichen oder einen Totimpfstoff in den Oberarmmuskel spritzen. Beide Varianten seien in der Grippesaison 2017/2018 als gleichwertig anzusehen. Diese Empfehlung gibt die Ständige Impfkommission STIKO des Robert Koch-Instituts im Epidemiologischen Bulletin 34/2017. Die Impfung per Nasenspray solle nur noch in bestimmten Fällen bevorzugt eingesetzt werden.

Keine bessere Wirkung nachweisbar​
​Mit ihrer aktuellen Einschätzung zogen die Experten die Empfehlung aus dem Jahr 2013 zurück. In dieser Empfehlung hatten die Experten sich dafür ausgesprochen, Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren bevorzugt mit einem Lebendimpfstoff zu immunisieren, der in Form eines Sprays über die Nase verabreicht wird. Studien hatten gezeigt, dass diese Form der Impfung bei Kindern der genannten Altersklasse besser wirkte als die klassische Injektion.

Allerdings bezogen sich die Studien auf die Daten vor dem Jahr 2009. In diesem Jahr verdrängte ein spezieller Influenzavirus die Viren, die zuvor für die saisonale Grippe verantwortlich gewesen waren. Daher mussten in der folgenden Saison die Impfstoffe ausgetauscht werden – sowohl der über die Nase verabreichte als auch der Lebendimpfstoff. Die nasal verabreichte Impfung mit dem neuen Impfstoff zeigte bei den saisonal auftretenden Grippeviren eine geringere Wirksamkeit als die Injektion, erläutern die STIKO-Experten.

Impfung per Nasenspray bei Angst vor Spritzen
Bereits zur Influenzasaison 2016/2017 hatte die STIKO ihre Empfehlung von 2013 vorläufig ausgesetzt. Fortan empfehlen die Experten eine Bevorzugung der Impfung per Nasenspray für die genannte Altersgruppe nur noch in Fällen, in denen eine Injektion Probleme verursachen könnte – zum Beispiel, weil ein Kind Angst vor Spritzen hat oder unter einer Gerinnungsstörung leidet.

Jedes Jahr im Herbst rät die STIKO bestimmten Bevölkerungsgruppen zur Impfung gegen die saisonale Grippe. Zu diesen Gruppen gehören:

  • alle Personen ab 60 Jahre,
  • alle Schwangeren ab dem 2. Trimenon (Schwangerschaftsdrittel), bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab 1. Trimenon,
  • Personen mit einer chronischen Grunderkrankung wie zum Beispiel Leber- oder Nierenkrankheiten, Erkrankungen der Atmungsorgane, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten sowie Erkrankungen des Immunsystems,
  • alle Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen,
  • Personen, die Menschen betreuen oder mit ihnen im selben Haushalt leben, bei denen es Hinweise auf eine deutlich reduzierte Wirksamkeit der Influenza-impfung gibt,
  • Personen, die beruflich einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind, zum Beispiel medizinisches Personal,
  • Personen, die beruflich in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr tätig sind,
  • Personen, die beruflich Risikopersonen betreuen und diese anstecken können,
  • Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln. Die Impfung schützt zwar nicht vor der Vogelgrippe, aber so sollen problematische Doppelinfektionen vermieden werden.

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