Studie zu körperlichen Aktivität in Deutschland: 

Nur ein Fünftel der Frauen und ein Viertel der Männer erfüllen Empfehlungen der WHO bezüglich Ausdauer und Muskelkraft

150 Minuten pro Woche die Ausdauer trainieren, zweimal pro Woche die Muskeln stärken – dieses Pensum an körperlicher Aktivität empfiehlt die Weltgesundheits-organisation (WHO) Erwachsenen, um Krankheiten vorzubeugen. Das Ziel erreichen in Deutschland jedoch gerade einmal einer von vier Männern sowie eine von fünf Frauen. Immerhin: Beim Ausdauertraining erreicht fast jeder zweite Bundesbürger die Vorgaben der WHO.

Zu diesem Ergebnis kamen Forscher des Robert Koch-Instituts (RKI) in der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2014/2015-EHIS). Sie befragten 22.959 Personen ab 18 Jahren in Deutschland zu ihren körperlichen Aktivitäten und verglichen die Angaben mit den Empfehlungen der WHO. Von Interesse waren hierbei Tätigkeiten in der Freizeit. Körperliche Aktivität während der Arbeit wurde nicht berücksichtigt.

Ausdauer und Muskelkraft trainieren
Unter dem Begriff der „körperlichen Aktivität“ unterscheidet die WHO zwischen zwei verschiedenen Arten der Betätigung: Ausdaueraktivitäten und Aktivitäten zur Muskelkräftigung. Für Ausdaueraktivitäten empfiehlt sie erwachsenen Personen mindestens 2,5 Stunden pro Woche, für die Muskelkräftigung mindestens zwei Aktivitäten pro Woche. Laut GEDA-Studie erreichen beim Training der Ausdauer über 42 Prozent der Frauen und 48 Prozent der Männer die Vorgaben der WHO. Bei den Männern war die Erfolgsquote in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen am höchsten. Bei den Frauen war es die Gruppe der 45- bis 64-Jährigen.

Die WHO-Empfehlungen bezüglich der Aktivitäten zur Muskelkräftigung erfüllten über 27 Prozent der Frauen und 31 Prozent der Männer. Bei beiden Geschlechtern waren es jeweils die 18- bis 29-Jährigen, die die Mindestanforderungen am häufigsten erreichten. Beide Zielvorgaben – die zur Ausdauer und die zur Muskelkräftigung – konnten etwa ein Fünftel der Frauen (über 20 Prozent) und ein Viertel der Männer (über 24 Prozent) erfüllen.

Höhere Bildung = mehr Ausdauertraining
Einen Zusammenhang sahen die Forscher zwischen dem Bildungsstand und der Häufigkeit des Ausdauertrainings: Je höher der Bildungsstand ist, desto häufiger wird die WHO-Empfehlung zur Ausdaueraktivität – mindestens 2,5 Stunden pro Woche – erreicht. Den Forschern zufolge weisen die Ergebnisse der GEDA-Studie insgesamt auf „ein hohes Potenzial für die Bewegungsförderung in der Freizeit hin“. Körperliche Inaktivität reduziert die Lebenserwartung und erhöht das Risiko für unterschiedliche nicht übertragbare Krankheiten. Zu ihnen gehören zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ 2 Diabetes oder Brust- und Darmkrebs. Die Wissenschaftler erachten daher „vermehrte Investitionen in bewegungsfördernde Maßnahmen“ als „sinnvoll und notwendig“.

Hintergrund: Was ist körperliche Aktivität – und warum ist sie wichtig?
Als körperliche Aktivität ist im Rahmen der GEDA-Studie jede Bewegung definiert, die durch die Skelettmuskulatur erzeugt wird und den Energieverbrauch des Körpers über seinen Grundumsatz – also den Energiebedarf im Ruhezustand − anhebt.

Bei ihren Empfehlungen unterscheidet die WHO zwischen Ausdaueraktivitäten und Aktivitäten zur Muskelkräftigung.

Zu den Ausdaueraktivitäten, sogenannte aerobe körperliche Aktivitäten, zählen zum Beispiel Joggen oder Radfahren. Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass sie die Atem- und Herzfrequenz erhöhen und über einen Zeitraum von mindestens 10 Minuten ohne Unterbrechung ausgeübt werden. Die WHO empfiehlt, pro Woche mindestens 2,5 Stunden mit mindestens mäßig anstrengenden Aktivitäten nachzugehen, um unter anderem die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems und des Stoffwechsels zu fördern. Aktivitäten zur Muskelkräftigung, zum Beispiel Krafttraining oder Yoga, fördern und erhalten die Leistungsfähigkeit der Muskeln, Knochen, Sehnen und Bänder. Die WHO empfiehlt mindestens zwei Trainingseinheiten pro Woche.

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