Studie zum Händewaschen nach Toilettengang 

Nur acht Prozent der Teilnehmer befolgten empfohlene Hygieneregeln

Nach jedem Toilettengang sollte man sich gründlich die Hände waschen, um die Weitergabe von krank machenden Keimen zu vermeiden. Dass dieses Ritual jedoch nicht für alle Menschen selbstverständlich zu sein scheint, legt eine aktuelle Beobachtungsstudie von Psychologiestudenten nahe: An öffentlichen Toiletten beobachteten sie das Hygieneverhalten der Nutzer. Längst nicht alle griffen nach dem Toilettengang zu Wasser und Seife. Bei den Männern gab es deutlich mehr Waschmuffel als bei den Frauen. Zudem vernachlässigte der Großteil aller Probanden beim Reinigen die Gründlichkeit.

Über ein Viertel nutzte nur Wasser
Für ihre Beobachtungsstudie untersuchten Psychologiestudenten der SRH Hochschule Heidelberg das Verhalten von 1.000 Menschen im Waschraum von öffentlichen Toiletten. Das Ergebnis: Rund sieben Prozent der beobachteten Personen verzichteten ganz darauf, sich nach dem Toilettengang die Hände zu waschen. Weitere 27 Prozent nutzten lediglich Wasser, jedoch keine Seife. Die Mehrzahl der Personen benutzte zum Waschen zwar sowohl Wasser als auch Seife. Aber die empfohlene Gründlichkeit (siehe unten: Tipps zum gründlichen Waschen) zeigten lediglich acht Prozent aller Beobachteten.

Unterschiede fanden die Studenten zudem zwischen dem Waschverhalten beider Geschlechter. So achteten die Frauen häufiger darauf, sich nach dem Toilettengang die Hände zu waschen. Nur drei Prozent verzichteten ganz auf die Reinigung, bei den Männern waren es hingegen elf Prozent. 82 Prozent der Frauen nutzten Wasser und Seife. Bei den Männern tat das mit 51 Prozent nur knapp mehr als die Hälfte.

Hände sind häufige Keimüberträger
Nicht nur beim Toilettengang, auch bei anderen Alltagstätigkeiten kommen die Hände mit Keimen in Kontakt, die krank machen können. Laut Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) werden bis zu 80 Prozent aller ansteckenden Krankheiten über die Hände übertragen – zum Beispiel Magen-Darm-Erkrankungen oder die Grippe. Es besteht die Gefahr, dass die Erreger zum Beispiel durch Händeschütteln oder den gemeinsamen Gebrauch von Gegenständen verbreitet werden. Berührt man mit unsauberen Händen das eigene Gesicht, können die Keime über die Schleimhäute von Mund, Augen oder Nase in den Körper eindringen.

Gründliches Händewaschen in fünf Schritten
Mit dem richtigen Händewaschen kann jeder Einzelne der Ausbreitung von Infektionen vorbeugen. Denn dadurch wird die Anzahl der Keime auf den Händen auf bis zu ein Tausendstel reduziert. Die BZgA empfiehlt für eine gründliche Reinigung folgende Schritte:

  1. Halten Sie die Hände unter fließendes Wasser, um sie nass zu machen. Wählen Sie eine angenehme Temperatur.
  2. Seifen Sie die Hände rundum und von allen Seiten ein. Dazu gehören die Innenflächen, der Handrücken, die Fingerspitzen, der Daumen, die Fingerzwischenräume und die Fingernägel. Übrigens: Flüssigseifen sind hygienischer als Seifenstücke.
  3. Lassen Sie sich beim Einreiben der Seife genug Zeit: Gründliches Einseifen dauert 20 bis 30 Sekunden.
  4. Spülen Sie die Hände unter fließendem Wasser vollständig ab. Nutzen Sie den Ellenbogen oder ein Einweghandtuch, um den Wasserhahn zu schließen.
  5. Trocknen Sie sich die Hände mit einem sauberen Tuch sorgfältig ab – auf öffentlichen Toiletten eignet sich am besten ein Einmalhandtuch. Daheim sollte jeder sein eigenes Handtuch benutzen.

Weitere Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema Händewaschen finden Sie online auf https://www.infektionsschutz.de/haendewaschen/

Keime im Alltag: Wann sollte ich die Hände waschen?
Die Hände sollten mehrmals täglich gründlich gereinigt werden. Insbesondere vor oder nach folgenden Tätigkeiten wird das Händewaschen empfohlen:

Bevor Sie …

  • eine Mahlzeit einnehmen
  • mit Medikamenten oder Kosmetika hantieren

Nachdem Sie …

  • nach Hause gekommen sind
  • sich die Nase geputzt, gehustet oder geniest haben
  • auf der Toilette gewesen sind
  • Ihrem Kind die Windeln gewechselt oder beim Toilettengang geholfen haben
  • Kontakt mit Abfällen hatten
  • Kontakt mit Tieren, Tierfutter oder tierischem Abfall hatten

Bevor und nachdem Sie …

  • Speisen zubereiten beziehungsweise zubereitet haben. Gegebenenfalls auch zwischendurch, falls Sie zum Beispiel rohes Fleisch verarbeitet haben.
  • Kontakt mit Kranken haben beziehungsweise hatten
  • Wunden behandeln beziehungsweise behandelt haben

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