Herzbericht 2017

Wie steht es um die Herzgesundheit der Deutschen?

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland. Laut Herzbericht 2017* sterben jährlich um die 210.000 Menschen an einer Herzkrankheit. Durch Änderungen im Alltag kann jeder Einzelne dazu beitragen, die individuellen Risikofaktoren positiv zu beeinflussen.

Leichter Anstieg der Todesfälle
Insgesamt ist die Zahl der Männer und Frauen, die an einer Herzkrankheit gestorben sind, im Jahr 2015 im Vergleich zu 2014 etwas gestiegen. Die häufigste Todesursache unter den Herzkrankheiten ist die koronare Herzkrankheit**, gefolgt vom akuten Herzinfarkt und der Herzinsuffizienz (Herzschwäche). Insgesamt sind deutlich mehr Frauen als Männer von Herzkrankheiten betroffen. Dabei gibt es starke regionale Unterschiede.

Langfristige Verbesserung erkennbar
Allerdings: Betrachtet man die Sterblichkeitsrate aber über einen längeren Zeitraum (ab Beginn der 1990er-Jahre), lässt sich eine deutliche Verbesserung der Situation feststellen, zum Beispiel beim akuten Herzinfarkt. Im Jahr 1990 starben daran noch 85.625 Menschen. Im Jahr 2015 waren es 49.210 Todesfälle, also 57 Prozent weniger. Gründe für diese positive Entwicklung sind laut Herzbericht zum Beispiel der Trend zum Nichtrauchen sowie die Verbesserungen der Diagnostik von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der therapeutischen Versorgung. Aber auch eine Optimierung der Abläufe in den Kliniken trägt dazu bei.

Prävention ist wichtig
Diese positive Entwicklung ist laut Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, aber noch kein Grund zur Entwarnung. „Diese Rückläufigkeit darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Verbreitung der Herzkrankheiten nicht im gleichen Ausmaß abgenommen hat und weiterhin über 221.500 Menschen jährlich daran versterben“, gibt er zu bedenken.

So ist die chronische Herzschwäche mit über 455.000 Fällen pro Jahr einer der häufigsten Gründe für einen Krankenhausaufenthalt in Deutschland. Da die Volkskrankheit in der Regel die Folge anderer Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie KHK/Herzinfarkt, Bluthochdruck, Klappenerkrankungen oder Rhythmusstörungen ist, kann ihrer Entstehung durch eine frühzeitige Diagnose, Therapie und Ausschaltung von Risikofaktoren vorgebeugt werden. Viele Klinikeinweisungen und sogar Sterbefälle könnten durch besseres Vorwissen und richtiges Handeln im Notfall vermieden werden. Deswegen sind Anstrengungen in der Aufklärung unverzichtbar“, betont Dr. Meinertz.

Bessere Herzgesundheit durch Alltagsveränderungen

  • Zu den Risikofaktoren für Herzerkrankungen gehören unter anderem Bluthochdruck, Übergewicht, Alkohol- und Zigarettenkonsum und Bewegungsmangel. Durch Änderungen im Alltag kann jeder Einzelne einiges dafür tun, diese Risikofaktoren individuell positiv zu beeinflussen: Um Bluthochdruck und Übergewicht vorzubeugen, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Erwachsenen, mindestens zweieinhalb Stunden pro Woche einer mäßig anstrengenden Tätigkeit nachzugehen.
  • Ausreichend Obst und Gemüse zu essen, kann sich positiv auf die Herzgesundheit auswirken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt den Verzehr von mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag.
  • Rauchen ist ein bedeutender und vor allem vermeidbarer Risikofaktor für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Es lohnt sich also, damit aufzuhören.
  • Auch übermäßiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko für eine Herzerkrankung. Daher sollten Frauen nicht mehr als zehn bis zwölf Gramm, Männer nicht mehr als 20 bis 24 Gramm reinen Alkohol pro Tag trinken. Zum Vergleich: Ein kleines Glas Bier (0,25 Liter, Alkoholgehalt circa 4,8 Vol.-%) enthält ungefähr zehn Gramm reinen Alkohol, ein Achtel Glas Wein (0,125 Liter, Alkoholgehalt circa 11 Vol.-%) etwa elf Gramm reinen Alkohol.

Hintergrund:
*Der Deutsche Herzbericht ist ein Statusbericht zur Herzgesundheit der Deutschen. Er wird jährlich von der Deutschen Herzstiftung zusammen mit den ärztlichen Fachgesellschaften für Kardiologie (DGK), Herzchirurgie (DGTHG) und Kinderkardiologie (DGPK) herausgegeben.

**Die Koronare Herzkrankheit (kurz KHK) ist eine Erkrankung des Herzens, bei der die großen Adern, die das Herz mit Sauerstoff versorgen (Koronararterien), verengt sind. Die Erkrankung ist die Folge von Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) und kann, insbesondere bei körperlicher Anstrengung, zu Kurzatmigkeit und Brustschmerzen führen. Verschließt sich ein Koronargefäß völlig, kann dies zu einem Herzinfarkt führen.

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