Studie zu Nikotinkonsum

Schon eine Zigarette am Tag ist schädlich

Komplett mit dem Rauchen aufzuhören, fällt vielen Rauchern, die ihrem Laster abschwören wollen, nicht so leicht. Einige planen daher einen schrittweisen Einstieg in ein rauchfreies Leben, bei dem sie zunächst die Anzahl der täglich konsumierten Zigaretten reduzieren. Eine britische Studie weist darauf hin, dass jedoch auch von einem geringen Zigarettenkonsum eine Gefahr für die Gesundheit ausgeht. Schon wer regelmäßig nur eine Zigarette am Tag raucht, erhöht sein Risiko für eine koronare Herzerkrankung und das Erleiden eines Schlaganfalls stärker als bislang vermutet.

Auswirkungen von regelmäßigem Zigarettenkonsum
Für die Analyse des Teams rund um Professor Allan Hackshaw vom University College London (UCL) wurden 55 Publikationen aus den Jahren 1946 bis 2015 untersucht, die insgesamt 141 Beobachtungsstudien umfassten. Die Forscher verglichen bei männlichen und weiblichen Rauchern im mittleren Alter (45 bis 65 Jahre) die Auswirkungen von starkem Zigarettenkonsum (20 Zigaretten am Tag) und geringem Konsum (eine Zigarette pro Tag) auf die Herzgesundheit.

Das Ergebnis: Im Vergleich zu Nichtrauchern erhöht sich das Risiko für koronare Herzerkrankungen bei Männern, die nur eine Zigarette pro Tag rauchen, um 48 Prozent, bei Frauen um 57 Prozent. Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist bei Männern um 25 Prozent und bei Frauen um 31 Prozent erhöht.

Weniger rauchen ist keine Lösung
Die Untersuchung zeigt außerdem, dass bei männlichen Wenig-Rauchern das Risiko für eine Herzerkrankung oder einen Schlaganfall zwar verringert ist, allerdings immer noch knapp die Hälfte des Risikos ausmacht, das Personen eingehen, die 20 Zigaretten pro Tag rauchen – und das, obwohl die Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten im Vergleich nur ein Zwanzigstel ausmacht. Bei den Frauen liegen die entsprechenden Ergebnisse bei 31 Prozent (Herz-Kreislauf-Erkrankung) und 34 Prozent (Schlaganfall). Das Risiko einer Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems hängt also nicht allein von der Anzahl täglicher Zigaretten ab, sondern auch davon, ob überhaupt geraucht wird. Laut Professor Hackshaw, dem Hauptautor der Studie, zeige dies, dass Raucher die Anzahl an Zigaretten nicht einfach nur reduzieren, sondern sich zum Ziel setzen sollten, ganz aufzuhören. Eine unbedenkliche Anzahl von Zigaretten pro Tag gäbe es nicht.

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