Jede dritte Asthmadiagnose ist falsch!

Jede dritte Asthmadiagnose ist falsch! Das wiesen kanadische Wissenschaftler der Universitätsklinik Ottawa in einer Studie nach. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen wurden in der US-Fachzeitschrift „JAMA“ veröffentlicht. Bei der Auswertung berücksichtigten die Forscher die Daten von 613 Erwachsenen, bei denen in den letzten fünf Jahren Asthma diagnostiziert worden ist. Von den Teilnehmern nahmen mehr als 530 Personen zu Beginn Asthmamedikamente ein. Während der Studie wurde die Medikation langsam ausgeschlichen. In dieser Zeit wurden bei den Probanden regelmäßig Tests durchgeführt, zum Beispiel sogenannte Peak-Flow-Messungen sowie Spirometrie-Untersuchungen, um die Lungenfunktion zu überprüfen. Über die Analyse dieser Tests wurde die Asthmadiagnose dann entweder bestätigt oder ausgeschlossen.

Hohe Zahl von Fehldiagnosen
Überraschendes Ergebnis: Die Forscher schlossen bei 203 der insgesamt 613 Studienteilnehmer eine Asthmaerkrankung aus. Bei zwölf Teilnehmern wurden sogar schwere andere Herz-Lungen-Erkrankungen festgestellt, die zuvor fälschlicherweise als Asthma diagnostiziert worden waren. Auch wenn es möglich ist, dass es bei einigen Probanden zu einem spontanen Rückgang ihrer Erkrankung gekommen ist, deutet die Studie auf eine hohe Zahl von Fehldiagnosen hin.

Fazit der Wissenschaftler: Ärzte sollten die Asthmadiagnose nicht nur aufgrund von Symptomen wie Husten, Atemnot und Engegefühl in der Brust stellen, sondern weitere spezifische Lungentests durchführen, um ihren Verdacht zu bestätigen. Patienten sollten die Diagnose Asthma kritisch hinterfragen. Außerdem mache die Studie deutlich, wie wichtig Leitlinienempfehlungen bei Asthma sind. Diese sehen zum Beispiel vor, nach Erreichen eines stabilen Gesundheitszustandes die Medikamentendosis langsam zu verringern. Das könne vielen Patienten die jahrelange unnötige Einnahme von Medikamenten ersparen.  

Asthma gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. In Deutschland sind davon etwa zehn bis 15 von 100 Kindern und fünf bis sieben von 100 Erwachsenen betroffen.

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