Dauerkopfschmerzen durch Schmerzmittel

Vorsicht bei übermäßigem Gebrauch

Bei Kopfschmerzen greifen viele Menschen schnell zur Tablette. Im Jahr 2017 nahmen rund 17 Millionen Deutsche ein- bis zweimal pro Woche Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen ein. Apotheken stellen den Kunden eine Reihe rezeptfreier Arzneimittel zur Verfügung, die bei leichten bis stärkeren Schmerzen schnelle Hilfe versprechen. „In der Werbung werden rezeptfreie Schmerzmittel oft als harmlos dargestellt. Aber jedes Medikament kann Nebenwirkungen haben und rezeptfrei heißt nicht harmlos“, sagt Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer. Zudem kann eine übermäßige oder langfristige Einnahme zu Dauerkopfschmerzen führen. Darauf weist unter anderem die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hin.

Wann sind Kopfschmerzen dauerhaft?

Es gibt verschiedene Ausprägungen und Verläufe eines Kopfschmerzes: Wenn ein Patient über drei minate an jeweils 15 oder mehr Tagen pro Monat unter Schmerzen leidet, ist der Kopfschmerz dauerhaft, sprich chronisch. Von arzneimittelinduzierten Dauerkopfschmerzen spricht man, wenn diese infolge einer regelmäßigen Schmerz- oder Migränemitteleinnahme (an zehn bis 15 Tagen pro Monat, seit über drei Monaten) entstehen beziehungsweise sich entscheidend verschlechtern. Von Betroffenen wird der Schmerz als diffus, dumpf-drückend oder auch pulsierend beschrieben. Häufig ist er morgens beim Aufwachen schon da, hält den ganzen Tag an und nimmt bei körperlicher Belastung zu. Potenziell können alle Kopfschmerz- und Migränemittel bei Übergebrauch Dauerkopfschmerzen auslösen. An einem schmerzmittelbedingten Dauerkopfschmerz leiden in Deutschland nach Schätzungen mehr als 100.000 Menschen.

Was Betroffene tun können

Erstes Mittel der Wahl ist das abrupte Absetzen der Schmerz- oder Migränemittel unter ärztlicher Aufsicht (Medikamentenpause). Bei Patienten, die Beruhigungs- oder Schmerzmittel (Opioide) einnehmen, ist eine langsamere Entwöhnung, ebenfalls unter ärztlicher Aufsicht, notwendig. In den ersten Tagen werden die Beschwerden häufig erst einmal stärker und es kommen weitere Entzugserscheinungen hinzu. Zwischen dem sechsten und achten Tag nach Absetzen der Schmerzmittel normalisiert sich der Zustand jedoch wieder. Das Absetzen kann meist ambulant erfolgen. Hat der Patient bereits mehrere Versuche hinter sich, besteht der Übergebrauchsschmerz schon mehrere Jahre oder kommen Depressionen hinzu, ist eventuell eine tagesklinische oder stationäre Entzugsbehandlung notwendig. Um gar nicht erst in diese Situation zu kommen, ist es wichtig, Schmerzmittel grundsätzlich mit Bedacht einzunehmen, so auch Kopfschmerztabletten. Als Faustregel für die Selbstmedikation gilt: Schmerzmittel nicht länger als drei Tage hintereinander einnehmen. Und auch höchstens zehnmal im Monat.

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