Geschlechtskrankheiten: Zahl der Syphilis-Infektionen auf neuem Höchststand

Die Zahl der Syphilis-Infektionen ist im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen. Dies zeigt das aktuelle Infektionsepidemiologische Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten des Robert-Koch-Instituts. In städtischen Ballungszentren ist die Gefahr der Ansteckung am größten – insbesondere für homosexuelle Männer.

Auch bei Frauen steigen die Fallzahlen
Während in 2014 noch 5.722 neue Syphilis-Fälle gemeldet wurden, stieg die Zahl in 2015 auf 6.834 Fälle – und erreichte damit den bislang höchsten Wert seit 2001. In diesem Jahr wurde die Erkrankung meldepflichtig. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 8,5 Syphilis-Fällen pro 100.000 Einwohner. Die Zahlen schwanken innerhalb Deutschlands stark: Die höchsten Fallzahlen finden sich in städtischen Ballungszentren, so zum Beispiel in den Stadtstaaten Berlin (39 pro 100.000 Einwohner) und Hamburg (21).

Zwischen Männern und Frauen gibt es ein Gefälle: Auf das weibliche Geschlecht entfielen in 2015 lediglich sechs Prozent der Syphilis-Fälle. Allerdings beobachten die Experten im Vergleich zum Vorjahr auch bei den Frauen eine Zunahme. Die meisten der weiblichen Betroffenen fallen in die Alterskategorie der 25- bis 29-Jährigen. Bei den Männern gehören die meisten Syphilis-Erkrankten in die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. Besonders häufig betroffen sind homosexuelle Männer, die in Großstädten leben. 85 Prozent der Fälle gehen vermutlich auf sexuelle Kontakte zwischen Männern zurück.

Symptome und Risiken kennen
Zum Hintergrund: Syphilis wird durch das Bakterium Treponema pallidum ausgelöst und macht sich im Frühstadium durch Geschwüre im Genitalbereich oder im Mund bemerkbar. Diese sondern eine stark ansteckende Flüssigkeit ab. Die Bakterien dringen zum Beispiel bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr über die Schleimhäute in den Körper ein. Früh erkannt, ist Syphilis mit Antibiotika gut heilbar. Da die Infektion jedoch keine Schmerzen verursacht, wird sie nur bei gut einem Drittel aller Patienten im Frühstadium entdeckt. Mögliche Folgen bei Nichtbehandlung: Hautausschläge, Organschäden, neurologische Schäden.

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