Wichtig für Eltern: Rückenschmerzen bei Jugendlichen frühzeitig abklären lassen

Schon bei Kindern und Jugendlichen kommen Rückenschmerzen häufig vor und haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Das zeigte die Kinderstudie KiGGS des Robert-Koch-Instituts, an der 17.641 Kinder und Jugendliche im Alter von elf bis 17 Jahren teilnahmen. Mehr als drei Viertel gaben in Befragungen an, dass sie in den letzten drei Monaten Schmerzen hatten. Fast die Hälfte davon berichtete über Rückenschmerzen. Zu den wichtigsten Gründen für die Zunahme von Rückenschmerzen im Kindes- und Jugendalter gehört Bewegungsmangel. Die Stiftung Kindergesundheit empfiehlt Eltern, bewegte Vorbilder für ihre Kinder zu sein und jede Gelegenheit zu nutzen, gemeinsam Sport zu treiben.

Auch organische Erkrankungen können Rückenschmerzen verursachen. Diese zwei Störungsbilder des Rückens treten gehäuft bei Jugendlichen in der Pubertät auf:

  • Skoliose, eine Seitenverbiegung der Wirbelsäule mit gleichzeitiger Verdrehung der Wirbelkörper.
  • Morbus Scheuermann, eine Wachstumsstörung der Wirbelsäule, meist in Brusthöhe, deren Folge ein Rundrücken sein kann.

Jedes 200. Kind muss mit einer Skoliose rechnen
Um diese Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, ist es wichtig, dass Eltern die Ursache der Rückenschmerzen ihrer Kinder umgehend ärztlich abklären lassen. Etwa bei jedem 200. Kind in Deutschland muss mit einer Skoliose gerechnet werden, berichtet die Stiftung Kindergesundheit. Mädchen sind viermal häufiger betroffen als Jungen. Was Eltern wissen sollten: Je früher eine Skoliose erkannt wird, desto Erfolg versprechender und schonender ist die Behandlung. Denn die Therapie einer Skoliose ist nur möglich, solange sich der Patient noch im Wachstum befindet. Je älter ein Kind wird, desto schwieriger wird es, die Fehlstellung zu korrigieren.

Welche Therapieformen helfen?
Etwa 90 Prozent der Skoliosen werden heute konservativ behandelt, das heißt mit Physiotherapie und gegebenenfalls einem Korsett. Eine Operation ist nicht notwendig. Die bekanntesten Therapieformen sind die Krankengymnastik nach Katharina Schroth, die Vojta-Therapie sowie die Spiraldynamik. Durch die Korsett-Therapie sollen ein Fortschreiten der Skoliose und eine Operation verhindert werden.

Die Scheuermann-Krankheit ist die häufigste Veränderung der Wirbelsäule bei Jugendlichen. 30 von 100 Jugendlichen sind betroffen, Jungen doppelt so häufig wie Mädchen. Die Therapie richtig sich nach dem Ausmaß der Krümmung. In den meisten Fällen lässt sich die Erkrankung durch Krankengymnastik erfolgreich behandeln. Ist der Jugendliche noch im Wachstum, kommt auch hier die Korsett-Behandlung zum Einsatz. Eine Operation ist nur sehr selten notwendig.

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