Jährlich neu: Kasse trägt Kosten für neue Echthaarperücke

Frauen, die unter einem kompletten  Haarausfall leiden, kann eine qualitativ hochwertige Perücke ein wichtiges Stück Lebensqualität zurückgeben. Die Kosten für eine jährlich neu angefertigte Echthaarperücke muss die Krankenkasse tragen. Zu dieser Entscheidung kam das Sozialgericht Koblenz (AZ S9 KR 756/15 und S9 KR 920/16). Geklagt hatte eine Patientin mit totalem Haarausfall, die sich 2014 eine Echthaarperücke zulegte. Ihre Kasse weigerte sich zunächst, diese zu bezahlen und vertrat die Ansicht, dass eine preiswertere Perücke aus Kunsthaar ausreiche. Ein Urteil des Gerichts verpflichtete die Kasse jedoch, die Kosten für das Echthaar-Modell zu übernehmen.

Auch in  den Jahren 2015 und 2016 kaufte sich die Patientin jeweils eine neue  Echthaarperücke. Sie begründete die Neukäufe damit, dass das jeweils alte Modell nach einem Jahr aufgetragen sei. Die Krankenkasse und der medizinische Dienst der Krankenversicherung sahen das allerdings anders: Sie vertraten die Meinung, eine Echthaarperücke könne über mehrere Jahre genutzt werden. Für den Zeitraum notwendiger Reparaturen, der mehrere Wochen in Anspruch nehmen würde, sollte die Patienten ein Kopftuch tragen.

Aufgetragen trotz guter Pflege
Eine sachverständige Zeugin bestätigte jedoch, dass eine ein Jahr alte Echthaarperücke auch bei guter Pflege und nach einer Reparatur nur noch eingeschränkt, zum Beispiel beim Sport, nutzbar wäre. Zum Dauertragen sei sie dann nicht mehr geeignet. Das Gericht sprach daher der Patientin das Recht zu, sich auf Kosten der Kasse jährlich eine neue Echthaarperücke zu beschaffen.

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