Chronisch Kranke: Jetzt den Vorab-Antrag auf Zuzahlungsbefreiung stellen

Lösen gesetzlich Versicherte Rezepte ihres Arztes in der Apotheke ein, so müssen sie für jedes Medikament in der Regel eine Zuzahlung zwischen fünf und zehn Euro leisten. Übersteigt die jährliche Summe der Zuzahlungen eine bestimmte Grenze, können sich Patienten von ihnen befreien lassen. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) empfiehlt chronisch Kranken, schon zu Jahresbeginn einen entsprechenden Antrag bei ihrer Krankenkasse zu stellen.

Wie hoch ist die Belastungsgrenze?
Patienten, die auf die regelmäßige Einnahme von Medikamenten angewiesen sind, sollen durch die Zuzahlung nicht übermäßig finanziell belastet werden. Aus diesem Grund gibt es die sogenannte Belastungsgrenze. Sie liegt bei zwei Prozent der Bruttoeinkünfte, die alle in einem gemeinsamen Haushalt lebenden Personen pro Kalenderjahr aufbringen – abzüglich der Freibeträge für Familienangehörige. Ist ein Angehöriger chronisch krank, liegt die Grenze bei nur einem Prozent. Überschreitet die Summe der Zuzahlungen eines Haushaltes diese individuelle Grenze, erstattet die Krankenkasse die Differenz.

Tipp: Viele Krankenkassen bieten auf ihren Internetseiten Rechner an, mit denen Versicherte ihre individuelle Belastungsgrenze ausrechnen können. Auch die Anträge können dort oftmals direkt heruntergeladen werden.

Befreiung im Voraus: kein Sammeln der Belege nötig
Der Antrag auf Befreiung der Zuzahlung muss für jedes Kalenderjahr neu bei der Krankenkasse gestellt und von ihr bewilligt werden. Er kann dabei sowohl rückwirkend (bis zu vier Jahre) als auch für das laufende Jahr gestellt werden, sobald die Belastungsgrenze erreicht ist. Darüber hinaus besteht für chronisch Kranke mit planbarem Einkommen, die voraussichtlich hohe Zuzahlungen leisten müssen, die Möglichkeit, sich im Voraus befreien zu lassen. Sie können den Betrag in Höhe ihrer Grenze bereits Anfang des Jahres bei ihrer Kasse einzahlen und sich von weiteren Zuzahlungen befreien lassen. Der Vorteil: Die Patienten ersparen sich das Sammeln der Belege, die sie sonst für den Nachweis der bereits erbrachten Zahlungen benötigen.

Alle Zuzahlungen zählen!
Gut zu wissen: In die Berechnung der Zuzahlungen fließen nicht nur die Ausgaben für Arzneien mit ein – sondern auch jene, die Versicherte zum Beispiel für stationäre Behandlungen im Krankenhaus oder in einer Reha-Einrichtung leisten. Dazu gehören ebenso Zuzahlungen bei Heilmitteln und häuslicher Krankenpflege.

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