Arzneien ohne Rezept

nur im Notfall und nach Arztgespräch möglich!

Die Abgabe eines verschreibungspflichtigen Medikaments durch den Apotheker ist ohne Vorlage eines Rezeptes durch den Kunden wettbewerbsrechtlich unzulässig. Dieses Urteil mit dem Aktenzeichen I ZR 123/13 fällte der Bundesgerichtshof.

In diesem konkreten Fall gab es einen Rechtsstreit zwischen zwei Apotheken. Der klagende Apotheker hatte vor Gericht beanstandet, dass eine Kollegin einer Patientin ein verschreibungspflichtiges Medikament ohne Rezept ausgehändigt hatte. Der Kläger sah darin einen Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz (AMG). Die beklagte Apothekerin wandte ein, sie habe vor Herausgabe des Medikamentes eine ihr bekannte Ärztin angerufen und sich in diesem Gespräch rückversichert, dass sie zur Herausgabe der Arznei berechtigt sei. 

Dem widersprach der Bundesgerichtshof. Apotheker dürfen verschreibungspflichtige Medikamente nur im Notfall und nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt auch ohne Rezept herausgeben. Es handelt sich hierbei um eine Ausnahme, und der Kunde ist in diesem Fall verpflichtet, das Rezept unverzüglich nachzureichen.

Liegt bei dem Patienten keine akute Gesundheitsgefährdung vor, sei ihm zuzumuten, sich bei einem ärztlichen Notdienst ein Rezept zu besorgen. Ist eine telefonische Kontaktaufnahme zu dem behandelnden Arzt nicht möglich, muss der Kunde ebenfalls darauf verwiesen werden, den ärztlichen Notdienst aufzusuchen. 

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