Querschnittslähmung nach HWS-Operation

Schmerzensgeld wegen grob fehlerhafter Behandlung

Erleidet eine Patientin aufgrund einer nicht erforderlichen und darüber hinaus auch noch grob fehlerhaften Operation an ihrer Halswirbelsäule eine Querschnittslähmung, so steht ihr ein Schmerzensgeld in Höhe von 400.000 Euro zu. Dieses Urteil fällte jetzt das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen: - 26 U 111/15 –).

Folgender Sachverhalt lag dieser Entscheidung zugrunde: Die 57 Jahre alte Krankenschwester aus Oberhausen litt über viele Jahre an Rückenschmerzen, die vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule auftraten. Ende des Jahres 2008 suchte sie ärztlichen Rat im beklagten Krankenhaus in Wickede. Hier riet man der Klägerin zu einer Operation an der Halswirbelsäule, bei der eine Bandscheibenprothese implantiert und mehrere Wirbel versteift werden sollten. Die Patientin folgte dem Rat der Ärzte und entschied sich für den Eingriff, der im März 2009 durchgeführt wurde.

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Schon unmittelbar nach der Operation litt die Klägerin an einer zunehmenden Schwäche in Armen und Beinen. Auch eine erneute Operation konnte diese Beschwerden nicht rückgängig machen, und die Klägerin erlitt eine irreversible Querschnittslähmung unterhalb des dritten Halswirbels. Seitdem ist sie auf einen Rollstuhl und Unterstützung von außen angewiesen. Ein medizinisches Sachverständigengutachten erbrachte den Beweis, dass im beklagten Krankenhaus unvollständige Befunde erhoben worden seien, so das Oberlandesgericht. Die zur Abklärung erforderlichen MRT-Untersuchungen seien nicht durchgeführt worden. Auch habe keine unbedingte Notwendigkeit für eine Operation bestanden und es wurde versäumt, die Möglichkeit einer konservativen Behandlung der Patientin in Betracht zu ziehen. Hinzu kam noch, dass eine fehlerhafte Operationsmethode zum Einsatz kam.  

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