Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung

Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) kann plötzlich auftreten (akute Pankreatitis) oder dauerhaft bestehen (chronische Pankreatitis). Beide Formen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Entstehung, Symptome und Behandlung. Dieser Text informiert über die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Entstehung

Die häufigste Ursache für eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse sind Gallenwegserkrankungen. Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang münden gemeinsam in den Zwölffingerdarm. Durch Steine im Gallengang oder an seiner Mündungsstelle kann es zum Gallestau oder zum Rückstau von Pankreassekret kommen. Die Folgen sind Reizungen und eine Schädigung des empfindlichen Bauchspeicheldrüsengewebes. Eine weitere häufige Ursache einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung ist übermäßiger Alkoholkonsum. Wie Alkohol eine Pankreatitis auslöst, ist noch weitgehend unbekannt.

Selten wird eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung durch andere Ursachen wie zum Beispiel Fettstoffwechselstörungen, Organverletzungen, Virusinfekte (wie beispielsweise Mumps) oder Medikamente verursacht. In manchen Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache finden.

Krankheitszeichen

Das typische Krankheitszeichen einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung sind starke, zum Teil plötzlich auftretende Oberbauchschmerzen. Oftmals strahlen die Schmerzen gürtelförmig in den Rücken aus und werden von Übelkeit und Erbrechen begleitet. Auch Kreislaufprobleme und Fieber können auftreten.

Je nachdem, wie stark die Entzündung ist und wie sehr sie das Drüsengewebe schädigt, kann eine akute Pankreatitis unterschiedlich verlaufen. In den meisten Fällen ist die Erkrankung in ein bis zwei Wochen überstanden. Es können aber auch Komplikationen auftreten, die zu einem langwierigen Krankheitsverlauf führen können. Hierzu gehört zum Beispiel die Bildung sogenannter Pseudozysten, mit Verdauungssaft gefüllter Blasen, die zu Blutungen oder Infektionen führen können. Eine seltene, aber schwerwiegende Komplikation ist die nekrotisierende infektiöse Pankreatitis, bei der Bauchspeicheldrüsengewebe abstirbt (nekrotisiert) und sich mit Bakterien infiziert.

Diagnostik

In einem Gespräch wird zunächst die Krankheitsgeschichte erfragt (Anamnese). Bei der körperlichen Untersuchung tastet der Arzt den Bauch ab. Blutuntersuchungen können weitere Hinweise geben. Hier kann zum Beispiel der Gehalt der Lipase im Blut bestimmt werden. Die Lipase ist ein Enzym, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Bei einer akuten Pankreatitis steigt der Lipase-Spiegel im Blut stark an. Auch eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauches kann wichtige Hinweise liefern.

Manchmal sind noch weitere Untersuchungen erforderlich. Eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) ermöglicht zum Beispiel eine Darstellung der Gallen- und Pankreasgänge und des Gewebes. Bei der endoskopisch retrograden Cholangiografie (ERC) wird ein Endoskop durch die Speiseröhre bis zur Mündung des Gallenganges vorgeschoben und ein Kontrastmittel in die Gallengänge gespritzt. Auf diese Weise können vorhandene Gallensteine in einer Röntgenuntersuchung dargestellt und gegebenenfalls auch direkt endoskopisch entfernt werden.

Therapie

Bei der Behandlung einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung stehen die Entlastung der Bauchspeicheldrüse und die Linderung der Beschwerden im Vordergrund. Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, die über die Venen erfolgt (Infusion). Übelkeit und Schmerzen können durch entsprechende Medikamente gelindert werden. Wenn erforderlich wird vorübergehend auf feste Nahrung verzichtet, damit sich die Bauchspeicheldrüse erholen kann. Wenn Gallensteine die Ursache der Entzündung sind, werden diese entfernt und später wird gegebenenfalls die Gallenblase entfernt, um erneuten Entzündungen vorzubeugen.

Disclaimer

Dieser Text dient ausschließlich der Information und soll Erkrankten und ihren Angehörigen erste Inhalte vermitteln, um einzelne Untersuchungs- und Therapieschritte besser verstehen zu können. Diese Informationen ersetzen keinen Arztbesuch und sind keine Aufforderung zur Selbstbehandlung und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden.

Der Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Quellen


Erstellungsdatum: 01.11.2001
Letzte Aktualisierung: 26.02.2019

Herausgeber: Unabhängige Patientenberatung Deutschland, UPD

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