Akute Bronchitis

Krankheitsbild Akute Bronchitis

Was ist die akute Bronchitis?
Die akute Bronchitis ist eine im Allgemeinen nur vorübergehende Entzündung der Schleimhäute in den größeren Atemwegen (Bronchien).

Entstehung
Eine Entzündung der Bronchien (akute Bronchitis) gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Atemwege. Die Bronchien sorgen für den Transport der Luft in die Lunge. Außerdem haben die Bronchien eine sehr wichtige selbstreinigende Funktion (mukoziliäre Clearance). Mittels einer Flüssigkeit (Bronchialsekret), die von der inneren Auskleidung der Atemwege produziert wird, werden Staub, abgestorbene Zellen und andere Partikel nach außen befördert. Die Flüssigkeit befeuchtet und schützt die Atemwege. Das Sekret wird durch die Schleimhäute der Bronchien (Bronchialschleimhäute) in Richtung Kehlkopf transportiert. Dies funktioniert durch die abgestimmte Bewegung feiner Härchen der Schleimhautzellen. Größere Schleimansammlungen in den Atemwegen lösen im Normalfall einen reinigenden Hustenstoß aus. Bei einer gestörten Reinigungsfunktion wird das Sekret in den Atemwegen zurückgehalten.

Eine akute Bronchitis tritt meist als infektiöse Reaktion im Rahmen einer Infektion des Mund-Rachenraumes auf und klingt innerhalb von maximal vier Wochen wieder ab. In den meisten Fällen wird sie durch Viren hervorgerufen. Es handelt sich dabei jeweils um unterschiedliche Viren, wie Adeno-, Rhino-, Influenza-, Corona- oder Coxsackie-Viren. In diesen Fällen ist keine Antibiotkabehandlung notwendig.

Selten wird eine akute Bronchitis durch Bakterien hervorgerufen, wie zum Beispiel durch Pneumokokken und Haemophilus influenzae. Wenn es zu einer bakteriellen Infektion kommt, dann häufig als Folge einer bereits bestehenden Infektion durch Viren oder bei Patienten mit vorbestehenden Lungenerkrankungen (wie zum Beispiel mit Asthma oder Chronischer Obstruktiver Lungenerkrankung COPD). Ein bereits geschwächtes Immunsystem erleichtert Bakterien die Besiedlung der Schleimhäute. Fast nie tritt eine bakterielle Infektion allein auf. Als Antwort auf eine solche Infektion aktiviert der Körper seine Immunabwehr. Das macht sich als Entzündung bemerkbar. Eine akute Bronchitis kann jedoch auch nichtinfektiös sein und im Rahmen einer Allergie (zum Beispiel bei allergischem Asthma) oder als Reaktion auf Reizstoffe (zum Beispiel als Folge auf das Einatmen von Gasen oder Staub) entstehen.

Krankheitszeichen
Zu Beginn äußert sich eine akute Bronchitis meist mit trockenem Hustenreiz, der oft von Schnupfen begleitet wird. Breiten sich die Viren auf den gesamten Körper aus (was etwa in der Hälfte der Fälle passiert), kommen oft weitere Symptome hinzu: Fieber und andere typische Erkältungssymptome wie Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen, Heiserkeit, ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein, ein allgemeines Krankheitsgefühl und Nachtschweiß.

Erst nach einigen Tagen entwickelt sich ein Husten mit  Auswurf (Sputum). Das Sputum ist zäh, zunächst weißlich-schleimig, später gelblich (Färbung entsteht durch Zellen des Immunsystems) oder grünlich (Färbung entsteht durch Bakterien). In manchen Fällen kann die Färbung auch bräunlich sein. Dies spricht für eine Beimengung von Blut (hämorrhagische Bronchitis). Als körperliche Beschwerden können eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur und Schmerzen im Brustkorb (Thoraxschmerzen) auftreten. Die Krankheitszeichen bessern sich im Normalfall nach zwei bis fünf Tagen. Der Husten kann jedoch länger anhalten.

Diagnostik Akute Bronchitis

Die Diagnostik der akuten Bronchitis lässt sich häufig bereits aufgrund eines ausführlichen Patientengesprächs (Anamnese) stellen. Bei einer körperlichen Untersuchung horcht und klopft der Arzt die Bronchien und Lungen ab. Zusätzlich werden in der Regel meist auch die Ohren, die Nasennebenhöhlen, der Mund- und Rachenraum sowie die Lymphknoten am Hals untersucht.

Vor allem die akute Virusinfektion des Atemtraktes ist eine alltägliche spontan ausheilende Erkrankung. Bei den typischen Krankheitszeichen und ohne Hinweise auf eine Lungenentzündung (Pneumonie) oder eine schwere Begleiterkrankung kann mit einer weiteren Diagnostik bis zu acht Wochen abgewartet werden.

Besteht der Verdacht auf eine Beteiligung von Bakterien, kann der Erreger in Proben des abgehusteten Sekrets oder im Blut nachgewiesen werden. Bei dem Sekret wird insbesondere ein Augenmerk auf die Farbe gelegt, da eine grünliche Färbung des Sekrets auf Bakterien hinweist. Eine Blutuntersuchung zeigt bei einer akuten Bronchitis erhöhte Entzündungswerte. Die Werte, die bei einer solchen Blutuntersuchung typischerweise erhöht sind, sind die Anzahl der weißen Blutzellen (Leukozyten), die Blutsenkungsgeschwindigkeit (Zeit, die die Blutkörperchen brauchen, um in einem senkrechten Röhrchen nach unten zu sinken) und die Menge eines bestimmten Eiweißes (C-reaktives Protein), das auch zur Immunabwehr beiträgt. Eine Bronchitis als Folge einer allergischen Reaktion kann mit einem Allergietest bestätigt werden.

Bei Luftnot (Dyspnoe) oder Zeichen für eine Verengung der Bronchien (Bronchialobstruktion) kann ein Lungenfunktionstest (Spirometrie) sinnvoll sein. Dabei wird gemessen, ob die Atemluft frei durch die Bronchien strömt oder der Luftstrom behindert wird. Dies kann bei einer akuten Bronchitis der Fall sein. Bei der Spirometrie wird in das Mundstück eines Messgerätes geatmet, das wichtige Parameter zur Beurteilung der Atemkraft misst.

Um andere Erkrankungen, beispielsweise Lungenkrebs (Lungenkarzinom) oder Tuberkulose, auszuschließen, kann eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs erstellt werden. Diese dient jedoch nicht der Beurteilung der Erkrankung. Eine Verlaufskontrolle mittels Röntgenaufnahmen kommt nur dann in Betracht, wenn sich die Art des Hustens plötzlich verändert (beispielsweise die Form, Konsistenz oder Farbe des Auswurfs). Bei der Röntgenuntersuchung wird der Brustkorb mit Röntgenstrahlen bestrahlt. Die Strahlen werden von den verschieden dichten Geweben unterschiedlich stark aufgenommen, sodass durch Verschattung und Aufhellung eine Abbildung des Körperinneren entsteht.

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