Alzheimer Krankheit

Krankheitsbild Alzheimer

Was ist die Alzheimer-Krankheit?
Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende, durch Rückbildung bedingte (degenerative) Erkrankung, die durch das Absterben von Nervenzellen in bestimmten Bereichen des Gehirns hervorgerufen wird.

Entstehung
Die Alzheimer-Demenz ist die häufigste Form der Demenz, einem Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit. Dabei kommt es zu einem fortschreitenden Abbau der Hirnmasse durch Absterben von Nervenzellen. Davon ist insbesondere die Hirnrinde, der Sitz der höheren Hirnfunktion, betroffen. Durch diesen Prozess entsteht ein Mangel an einem bestimmten Botenstoff (Acetylcholin) im Gehirn, den die Nervenzellen für die Übertragung von Signalen von einer zur nächsten Zelle nutzen. Eine Störung dieser Signalübertragung verhindert eine reibungslose Informationsverarbeitung im Gehirn.

Die genaue Ursache des Abbaus ist nach wie vor nicht bekannt. Experten diskutieren eine Reihe verschiedener Hypothesen, die sehr wahrscheinlich in Kombination an der Entstehung der Krankheit beteiligt sind. Dazu gehören vererbte (genetische), giftige (toxische), Infektion-hervorrufende (infektiöse) und das Immunsystem betreffende (immunologische) Faktoren. Gentische Faktoren sind bei jedem zwanzigsten Erkrankten anzunehmen, insbesondere bei frühem Beginn (jüngeres Alter) und familiärer Häufung.

Typisch für die Alzheimer-Demenz sind Ablagerungen bestimmter Eiweißpartikel im Gehirn. Diese Ablagerungen kommen als Ursache, aber auch als Folge des Absterbens von Nervenzellen infrage. Klar ist, dass diese Ablagerungen nicht immer die Krankheitszeichen der Alzheimer-Krankheit hervorrufen. Zwischen dem Beginn der Veränderungen im Gehirn und einer Erkrankung mit den typischen Kennzeichen können Jahrzehnte liegen. Ein zweites alzheimertypisches Anzeichen sind veränderte, sogenannte Fibrillen. Die Fibrillen bestehen aus gedrehten Fasern, die sich im Innern von Hirnzellen finden. Sie bestehen überwiegend aus einem bestimmten Eiweiß (dem Tau-Protein) und sind Teil eines Systems, das Zellsubstanzen transportiert und die Zellausläufer ausbildet. Bei Alzheimer-Erkrankten ist das Tau-Protein – und dadurch auch das Transportsystem – verändert. Sowohl die Eiweißablagerungen als auch die veränderten Tau-Proteine spielen also eine wichtige Rolle bei der Alzheimer-Demenz.

Krankheitszeichen
Die Patienten leiden unter einem Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit, des Gedächtnisses, des Denkvermögens, der Orientierung und des praktischen Geschicks. Der Gedächtnisverlust steht dabei im Vordergrund. Charakteristisch für die Alzheimer-Krankheit sind ein schleichender Beginn und eine fortschreitende Verschlechterung des Zustandsbildes. Das erste typische Symptom der Alzheimer-Krankheit ist meist die Vergesslichkeit. Häufig führen sowohl die Betroffenen als auch ihr Umfeld diese Auffälligkeit, die vor allem das Kurzzeitgedächtnis betrifft, auf das Alter zurück. Im weiteren Verlauf kommen Denk-, Konzentrations-, Orientierungs- und Wortfindungsstörungen hinzu. Einem Teil der Erkrankten sind diese Einbußen zu Beginn bewusst. Sie versuchen, sie zu kaschieren: So schreiben sie sich beispielweise Merkzettel, umschreiben vergessene Fakten, bieten mehr oder weniger logische Erklärungen für ihre Wissenslücken an oder halten sich nur noch in einer ihnen bekannten Umgebung auf. Gerade in dieser Phase leiden viele Patienten auch unter Depressionen.

Durch den zunehmenden Gedächtnisverlust kommt es zu nachlassenden Aktivitäten, Unsicherheiten und Verhaltensänderungen. Die Betroffenen haben immer größere Schwierigkeiten, mit neuen Situationen zurechtzukommen. Bald finden sie sich auch in der vertrauten Umgebung nicht mehr zurecht. Nach dem Kurzzeitgedächtnis wird zunehmend das mittelfristige Gedächtnis beeinträchtigt. Der Erkrankte kann zum Beispiel den Inhalt des vorherigen Gespräches nicht wiedergeben, oder er stellt manche Fragen immer wieder, weil er die Antworten vergessen hat. Das Langzeitgedächtnis bleibt in der Regel am längsten intakt. Dies zeigt sich dadurch, dass die Betroffenen viel aus dem früheren Leben erzählen. An alles andere erinnern sie sich hingegen nicht mehr. Gefühle, Persönlichkeit und Erscheinungsbild bleiben ebenfalls lange Zeit normal.

Bei fortgeschrittener Erkrankung finden zunehmend Persönlichkeitsveränderungen statt. Einfachste Alltagsverrichtungen wie Essen, Trinken oder Anziehen werden vergessen und können nicht mehr allein durchgeführt werden. Der Erkrankte erkennt seine Umgebung und auch nahe Angehörige nicht mehr. Dies führt häufig zu Verwirrung, Angst und Unruhe. Die Betroffenen fühlen sich nicht selten bedroht und können aggressiv reagieren. Außerdem ist häufig ihr Schlaf-Wach-Rhythmus im Sinne einer sogenannten „Tag-Nacht-Umkehr“ gestört. Dabei schlafen die Betroffenen tagsüber viel und sind vor allem nachts aktiv. Im Endstadium verstummen die Patienten häufig, verlieren die Kontrolle über ihre Körperfunktionen, werden bettlägerig und pflegebedürftig.

Diagnostik Alzheimer

Es gibt kein Untersuchungsverfahren, mit dem sich die Alzheimer-Krankheit mit absoluter Sicherheit diagnostizieren lässt. Besteht der Verdacht auf die Alzheimer-Krankheit, sollte man sich an einen Facharzt für Nervenheilkunde (Neurologen/Psychiater) wenden. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Spezialeinrichtungen, sogenannte Gedächtnissprechstunden oder Memory-Kliniken, die eine intensive Frühdiagnostik durchführen.

Durch eine ausführliche Befragung (Anamnese) des Betroffenen und der Angehörigen erkennt der Arzt die typischen Krankheitszeichen. Damit er das Ausmaß der Gedächtnisverluste und eventuelle Verhaltensänderungen besser einschätzen kann, ergänzen psychologische Tests die Anamnese. Sprechen die Krankheitszeichen für die Alzheimer-Krankheit, müssen durch weitere Untersuchungen andere Formen der Demenz sowie Erkrankungen ausgeschlossen werden, die mit ähnlichen Symptomen einhergehen (wie andere Demenzformen, die Parkinson-Krankheit, psychische Erkrankungen oder Hirntumore).

Idealerweise arbeiten mehrere Ärzte zusammen: ein Arzt für Innere Medizin, ein Nervenarzt und ein Psychiater. Es können Blutuntersuchungen, eine Magnetresonanztomografie, eine Computertomografie (CT) und eine PET-CT des Kopfes durchgeführt werden. Die Magnetresonanztomografie und die Computertomografie sind bildgebende Verfahren, bei dem Schnittbilder des Gehirns angefertigt und ausgewertet werden, beim PET-CT können zusätzlich durch radioaktiv markierte Stoffe Aktivitäten in bestimmten Hirnregionen bzw. deren Fehlen nachgewiesen werden. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung ist häufig eine Verkleinerung bestimmter Hirnbereiche, eine sogenannte Hirnatrophie erkennbar.

Wenn alle durchgeführten Untersuchungen keinen Hinweis auf eine andere Ursache der Krankheitszeichen ergeben, kann der Arzt die Diagnose der Alzheimer-Krankheit stellen.

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