Analkrebs

Krankheitsbild Analkrebs

Was ist Analkrebs?
Analkrebs ist eine bösartige Erkrankung, bei der sich Zellen des Afters unkontrolliert vermehren und so Geschwülste im Bereich des Afterrandes oder Afterkanals bilden. Diese können Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen bilden. Beim Analkarzinom handelt es sich um einen bösartigen Tumor des Analkanals. Analkarzinome sind im Vergleich zum Dickdarmkrebs relativ selten (ein bis zwei Prozent aller Dickdarmkrebserkrankungen).

Bestimmte Geschlechtskrankheiten und chronische Infektionen gehören zu den Risikofaktoren für die Entstehung. Frauen erkranken zweimal häufiger als Männer. Typische Symptome sind Blutablagerungen auf dem Stuhl, Schmerzen beim Stuhlgang und Juckreiz im Analbereich. Ähnliche Beschwerden können auch bei Hämorrhoiden auftreten. Analkarzinome finden sich zwischen der Haut am Analrand und dem Übergang in die Schleimhaut des Enddarmes (Rektum). Analrandkarzinome sind ein Krebs der Haut und treten häufiger bei Männern auf.

Entstehung
Wie jede Form der Krebskrankheit führt auch Analkrebs zu einem gesteigerten Wachstum des betroffenen Gewebes. Man unterscheidet zwei Arten des Analkrebses: Der Analrandkrebs ist eine bösartige Geschwulst (Tumor), die am Rand des Afters zur außen liegenden Haut hin liegt. Beim Analkanalkrebs liegt der Tumor an der inneren Schleimhaut des Afters und wächst in den Enddarm hinein. Der Analrandtumor entsteht aus Krebsvorstufen (Dysplasie, intraepitheliale Neoplasie, Morbus Crohn, Akne inversa), welche mitunter als Ekzem fehlgedeutet werden und über viele Jahre hinweg bestehen. Die Entwicklung zu einer Krebsgeschwulst kann durch eine Schwäche in der Immunabwehr bei einer Infektion durch ein Virus begünstigt werden. Ebenso können sich anale Warzen zu einer Geschwulst entwickeln. Risikofaktoren sind außer einer Immunschwäche auch passiver Analverkehr und Rauchen.

Krankheitszeichen
Am häufigsten wird Analkrebs bei einem Blutabgang aus dem After bemerkt. Das Wachstum des Tumors kann Missempfindungen wie Juckreiz, Fremdkörpergefühl und Wundsein sowie krampfartige Schmerzen im Bereich des Afters verursachen. Auch kann es zu Unregelmäßigkeiten in den Stuhlgewohnheiten, unwillkürlichem Stuhlabgang, Blut im Stuhl oder einer Gewichtsabnahme kommen. Manchmal ertastet der Betroffene knotige Verhärtungen am und im After. Mitunter weist auch eine Schwellung der Lymphknoten in der Leiste auf ein Analkarzinom hin. Lymphknoten bilden eine Art „Filterstation“ für Gewebswasser und sind Teil des Immunsystems. Jeder Lymphknoten ist für eine bestimmte Körperregion zuständig. Sind sie größer als sonst und nehmen eine kugelige Form an, bedeutet das, dass sie aktiv und an der Abwehr von Krankheitserregern beteiligt sind.

Diagnostik Analkrebs

Um herauszufinden, ob ein bösartiger Tumor oder eine andere Erkrankung für die Beschwerden verantwortlich ist, ist eine Reihe von Untersuchungen notwendig. Im Hinblick auf die Therapie und den Krankheitsverlauf ist es auch wichtig festzustellen, ob es sich um Analrand- oder Analkanalkrebs handelt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.

Im Rahmen einer ausführlichen Befragung (Anamnese) des Patienten zu seinen Beschwerden, möglichen Vor- und Begleiterkrankungen, seinen Lebensgewohnheiten und Ähnlichem kann sich der Arzt einen Eindruck vom Allgemeinzustand des Patienten machen. Die anschließende gründliche, körperliche Untersuchung beinhaltet die Betrachtung (Inspektion) sowie die Austastung des Enddarms und des Afters (äußere und innere Analregion) mit dem Finger (rektale Untersuchung).
Besteht weiterhin der Verdacht auf Analkrebs, folgt eine Spiegelung des Afters und des Enddarms (Prokto-Rektoskopie). Dabei wird ein Endoskop, bestehend aus einem Schlauch mit Lichtquelle und Kamera, durch den After bis in den Enddarm (Rektum) eingeführt. Der Darm kann so von innen betrachtet und auf Veränderungen hin beurteilt werden. Durch Arbeitskanäle im Endoskop können außerdem Instrumente geschoben werden. Mit kleinen Zangen können so aus verdächtigen Gewebeveränderungen Proben (Biopsien) entnommen werden. Das gewonnene Gewebe wird unter dem Mikroskop untersucht. Die Spiegelung des Enddarms ist ein risikoarmes Verfahren. Trotzdem kann es in seltenen Fällen zu Komplikationen wie Verletzungen der Darmwand mit nachfolgenden Blutungen (zum Beispiel bei der Probenentnahme) kommen. Noch seltener wird die gesamte Wand des Darmes durchstoßen (Perforation).

Sollte in der mikroskopischen Untersuchung eine bösartige Geschwulst nachgewiesen werden, werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um das Entwicklungsstadium des Tumors und eventuelle Metastasen in anderen Organen erkennen zu können. Dazu gehört gegebenenfalls eine Magnetresonanztomografie (MRT, Kernspintomographie) oder auch eine Computertomografie (CT). Dabei handelt es sich um bildgebende Verfahren, durch die ein detaillierter Blick in den menschlichen Körper möglich wird. Dabei können mit der MRT Weichteile und Tumor sowie Tumorabsiedlungen besser beurteilt werden, mit der CT, durch die eine Röntgenbelastung erfolgt, besser die Knochen. Um das Wachstum ins umliegende Gewebe beurteilen zu können, wird außerdem eine Ultraschalluntersuchung des Enddarms durchgeführt, wobei ein kleiner Ultraschallkopf in den Enddarm eingeführt wird (Endosonografie). Eine Ultraschalluntersuchung kommt gänzlich ohne Strahlenbelastung aus. Das Prinzip beruht auf der Anwendung von Ultraschallwellen im nicht hörbaren Bereich. Eine Reihe von Blutuntersuchungen ergänzt die Untersuchung. Außerdem sollte beim Analkrebs eine Koloskopie, Spiegelung des gesamten Dickdarmes mit dem flexiblen Endoskop erfolgen.

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