Augenschäden bei Zuckerkrankheit

Krankheitsbild Augenschäden bei Zuckerkrankheit

Was sind Augenschäden bei der Zuckerkrankheit?
Augenschäden können bei zuckerkranken Patienten als Folge dieser Erkrankung auftreten, wenn der Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum schlecht eingestellt ist. Die Schäden resultieren aus einer Veränderung der Blutgefäße.

Entstehung
Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselstörung, die sich auf den Blutzuckerspiegel des Körpers auswirkt. Durch geeignete Maßnahmen, die der Hausarzt oder Internist mit dem Betroffenen festlegt (zum Beispiel Ernährungsumstellung) oder durch Medikamente kann der Blutzucker jedoch weitgehend auf den richtigen Wert eingestellt werden. Bei auf Dauer nicht optimal eingestellten Blutzuckerwerten können sich langfristig Folgeschäden im Auge entwickeln, die ohne augenärztliche Behandlung zur völligen Erblindung der Betroffenen führen können.

Am Auge ist in erster Linie die Netzhaut (Retina) betroffen. Sie hat eine herausragende Bedeutung für die Sehfähigkeit. Sie ist die Stelle des Auges, an der die von der Hornhaut und Augenlinse entworfenen Bilder der Außenwelt in Erregungen der Nerven „übersetzt“ werden. Diese werden dann entlang der Sehnerven ans Gehirn weitergeleitet. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die kleinen Blutgefäße, welche die Netzhaut mit Sauerstoff versorgen. Als Folge verliert die Retina zunehmend ihre Fähigkeit, Lichtreize in Nervenimpulse umzusetzen. Die Veränderung an den kleinen Blutgefäßen des Auges sind auch ein Hinweis darauf, dass gleiche Veränderungen an anderen Organen wie Niere, Herz und Gehirn wahrscheinlich eingetreten sind.

Verschiedene Ausprägungen/Verläufe

Es gibt drei Formen der diabetischen Netzhauterkrankung:

  • Netzhautveränderungen ohne Bildung neuer Gefäße (nicht-proliferative diabetische Retinopathie)
    Bei dieser Form beschränken sich die Veränderungen auf die Blutgefäße der Netzhaut. Es kommt zu kleinen Aussackungen der Arterienwände (Mikroaneurysmen), Venenveränderungen, Blutungen und Ablagerungen an der Retina. Die Sehminderung geht anfangs schleichend vonstatten und wird vom Patienten unter Umständen nicht sofort wahrgenommen, wenn nur ein Auge betroffen ist.
  • Netzhautveränderungen mit Bildung neuer Gefäße (proliferative diabetische Retinopathie) Schreitet die Netzhautschädigung fort, bilden sich neue Blutgefäße in der Netzhaut, deren Zellwand „porös“ ist, sodass Blutungen in der Netzhaut entstehen können. Sie können vom Netzhautniveau in den Glaskörperraum des Auges wachsen und führen dort eventuell zu Blutungen (Glaskörperblutung). Das beeinträchtigt das Sehvermögen zumindest vorübergehend erheblich. Gleichzeitig können Vernarbungen entstehen, welche die Netzhaut von ihrer Unterlage abziehen können. Diese sogenannte Netzhautablösung (Ablatio retinae) macht einen operativen Eingriff notwendig.
  • Schwellung der Netzhautmitte mit Sehverschlechterung (diabetische Makulopathie)
    In der Mitte der Netzhaut liegt die sogenannte Makula mit der Stelle des schärfsten Sehens (Fovea). Kommt es hier zu Flüssigkeitseinlagerungen, sieht der Betroffene unscharf und verzerrt. Das lässt sich auch durch eine stärkere Brille nicht ausgleichen. Im weiteren Verlauf kann ohne Behandlung die gesamte Lesefähigkeit verloren gehen. Nur ein orientierendes Sehvermögen bleibt erhalten.

Neben diesen drei typischen Netzhautveränderungen kann die Zuckerkrankheit zahlreiche weitere Veränderungen am Auge hervorrufen. So kann sich das Sehvermögen bei starken Blutzuckerschwankungen kurzfristig stark verändern. Das hängt mit Änderungen der optischen Brechungsverhältnisse aufgrund der wechselnden Blutzuckerkonzentration im Auge zusammen. Das Auge muss in der Lage sein, das einfallende Licht so zu brechen, dass es zu einem scharfen Bild führt. Störungen bergen zum Beispiel im Straßenverkehr große Risiken. Hierüber sollte man mit dem Augenarzt sprechen. Diese Art der Störungen bildet sich vollständig zurück.

Bei wenigen Diabetikern steigt infolge von Gefäßneubildungen an der Regenbogenhaut der Augeninnendruck an. Diese Glaukom oder grüner Star genannte Erkrankung macht eine Behandlung mit drucksenkenden Augentropfen, eine Laserbehandlung oder eine Operation erforderlich, die den Augeninnendruck senkt. Auch Linsentrübungen (Katarakt, grauer Star) und Hornhautschäden treten im Zusammenhang mit der Zuckerkrankheit überdurchschnittlich oft auf.

Diagnostik Augenschäden bei Zuckerkrankheit

Wird ein Diabetes mellitus festgestellt, sollte der Patient eine Augenuntersuchung vornehmen lassen, auch wenn er bislang keine Einschränkungen des Sehvermögens bemerkt hat. Dabei wird der Augenarzt die Sehschärfe bestimmen, den vorderen Teil des Auges untersuchen und vor allem die Netzhaut beurteilen.

Um ins Auge schauen zu können, erweitert der Arzt die Pupille mit speziellen Tropfen und/oder fotografiert die Netzhaut mit einer Weitwinkelkamera. Mit einem Augenspiegel oder einer Spaltlampe kann der Augenarzt den Augenhintergrund (= Sehnerven + Netzhaut) genau untersuchen. Die Einzelheiten betrachtet der Augenarzt unter hoher Vergrößerung. Aufgrund der Pupillenerweiterung sieht der Patient nach der Untersuchung vorübergehend verschwommen (je nach Art und Häufigkeit der Augentropfen meist 2−3 Stunden) und darf in dieser Zeit nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.

Bei einer drohenden oder tatsächlichen Sehverschlechterung wird die Netzhautdurchblutung untersucht. Bei der sogenannten Fluoreszenzangiografie (FAG) wird der Farbstoff Fluoreszein in eine Armvene gespritzt und er verteilt sich daraufhin in den Gefäßen des Körpers und des Auges. Die Durchblutung der Netzhautgefäße wird mit einer Kamera festgehalten, sodass undichte Stellen, krankhafte Gefäße und Netzhautverdickungen sofort auffallen. Über mögliche Unverträglichkeiten, Allergien und Risiken klärt der Augenarzt auf. Soll nur die Makula untersucht werden, kann alternativ oder ergänzend zur Fluoreszenzangiografie eine berührungsfreie Untersuchungsmethode ohne Kontrastmittel zum Einsatz kommen: die optische Kohärenz Tomografie (OCT), bei der ein Querschnittsbild der Netzhaut angefertigt und die Netzhaut in feinsten Schichten dargestellt wird. Verdickungen oder Flüssigkeitsansammlungen (Makulaödem) in der Netzhaut lassen sich so darstellen.

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