Brucellosen

Krankheitsbild Brucellosen

Was sind Brucellosen?
Brucellosen sind Infektionskrankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Die Infektion kann unterschiedlichste Formen von Entzündungen überall im Körper auslösen und weitere damit verbundene Krankheitszeichen nach sich ziehen.

Entstehung
Brucellosen entstehen an einer Stelle oder über den ganzen Körper verteilt. Außerdem können sie innerhalb weniger Monate ausheilen oder länger als ein Jahr andauern. In diesem Fall hinterlassen sie zum Teil schwere Organschäden.

Die Überträger der ansteckenden (infektiösen) Erkrankung sind stäbchenförmige Bakterien der Gattung Brucella. Am häufigsten kommt es zu Infektionen mit Brucella melitensis, dem Erreger des Maltafiebers (Mittelmeerfieber). An der Bang-Krankheit erkrankt man durch eine Infektion mit Brucella abortus. Die Schweinebrucellose (Brucella suis) und die Hundebrucellose (Brucella canis) sind selten. Die Rinder- sowie die Schaf- und Ziegenbestände in Deutschland sind amtlich frei von Brucella melitensis beziehungsweise von Brucella abortus. Bei den Erkrankungsfällen in Deutschland handelt es sich um die Übertragung von Erregern durch importierte Tiere oder um Erkrankungen durch Erreger, die von Wildtieren auf Nutztiere übertragen wurden. Die Brucellabakterien infizieren sowohl Mensch als auch Tier. Die Hauptinfektionsquelle für den Menschen ist der direkte Kontakt mit Haustieren (Rind, Schwein, Schaf, Ziege, Pferd, Hund, Katze). Doch auch durch Tierprodukte, wie Fleisch oder nicht pasteurisierte Milch infizierter Tiere, kommt es häufig zur Infektion. Es sind auch Übertragungen von Mensch-zu-Mensch möglich. Diese wurden bisher fast ausschließlich beim Stillen beschrieben, nur in Einzelfällen nach Organtransplantationen oder Geschlechtsverkehr.

Das Eindringen der Erreger in den Körper geschieht auf unterschiedlichen Wegen: meistens über den Magen-Darm-Trakt (bei Aufnahme der Bakterien mit der Nahrung), aber auch über die Atemwege (Einatmen von bakterienhaltigem Staub), über die Augenbindehaut (Spritzer von Tiersekreten) oder über Wunden. Da die Bakterien über die Lymphe in die Blutbahn gelangen und sich über den ganzen Körper ausbreiten, können sie so zahlreiche Organe befallen. Als Reaktion bilden sich kleine entzündungsbedingte, knotenartige Gewebe-Neubildungen (Granulome), beispielsweise in den Lymphknoten, der Milz, der Leber und den Knochen. Sehr häufige Komplikationen sind Entzündungen in verschiedenen Gelenken, wie dem Kreuzbein-Darmbeingelenk, den Wirbelgelenken sowie den Knie- und Hüftgelenken. Auch das Knochenmark der langen Röhrenknochen kann sich entzünden. Viele Infektionen verlaufen unerkannt.

Krankheitszeichen

Verschiedene Ausprägungen/Verläufe
Generell sind alle Formen der Brucellose durch Fieber gekennzeichnet. Unbehandelt tritt es in einem wellenförmigen Verlauf mit wochenlangen wechselnden Zeiträumen mit und ohne Fieber auf. Charakteristisch ist auch die Muskelschwäche, zu der es häufig in Verbindung mit dem Fieber kommt. Am häufigsten tritt eine vorrübergehende (akute) Form der Brucellose auf. Zwei bis vier Wochen nach der Infektion kommt es außer zu Fieber auch zu unspezifischen Krankheitserscheinungen wie Nachtschweiß, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Der Herzschlag ist häufig verlangsamt. Im weiteren Verlauf treten zusätzlich Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen sowie Lymphknotenschwellungen auf. Bei genauerer Untersuchung stellen sich häufig Vergrößerungen von Milz und Leber heraus. Es können sich Vereiterungen in den Knochen bilden.

Den wenig heftig beginnenden Krankheitsverlauf (subakute Form) der Brucellose beobachtet man heutzutage selten. Diese Form tritt nach verschleppten Erkrankungen auf, die nur unzureichend mit Antibiotika behandelt wurden und deshalb nicht ausgeheilt worden sind. Besonders häufig treten bei dieser Form Gelenkentzündungen, bei Männern auch Nebenhodenentzündungen auf.

Die lang anhaltende (chronische Form) der Brucellose kann jahrelang bestehen und plagt den Betroffenen durch Leistungsabfall, Schweißausbrüche und depressive Verstimmungen. Oft entzünden sich auch die Wirbel oder die Augäpfel. An der Erkrankung versterben nur sehr wenige Patienten.

Diagnostik Brucellosen

Die Krankheitszeichen der Brucellose sind unspezifisch. Das bedeutet, sie sind nicht eindeutig von denen anderer Krankheiten abzugrenzen, da sie bei unterschiedlichen Erkrankungen vorkommen. Ein Verdacht entsteht, wenn die betroffene Person zur Risikogruppe für Brucellose gehört, wie beispielsweise Tierärzte, Landwirte, Schäfer, Metzger und Melker. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung ist auch nach einem Auslandsaufenthalt erhöht, insbesondere in bestimmten Ländern, wie den Mittelmeerländern, in West-, Zentral- und Südasien oder in einigen Ländern des afrikanischen Kontinents. Ein Verdacht auf Brucellose muss mit speziellen Laboruntersuchungen gestützt werden.

Eine Kultivierung von Blut über drei bis sechs Wochen (je nach Kulturverfahren) kann jedoch den Brucelloseverdacht bestätigen. Dabei wird der Erreger selbst oder bestimmte Eiweiße, die im Rahmen der Immunabwehr vom Körper gebildet werden (Antikörper), in der Kultur nachgewiesen. Der Nachweis kann auch aus anderen Körperflüssigkeiten (zum Beispiel Eiter oder Gelenkflüssigkeit) sowie aus dem Knochenmark, aus den Lymphknoten und anderen befallenen Organen erfolgen. Zu diesem Zweck wird Gewebe des betreffenden Organs entnommen (Biopsie) und feingeweblich unter dem Mikroskop untersucht. Biochemische Verfahren dienen dem Ausschluss einer chronischen Brucellose (PCR) oder dem Nachweis von Antikörpern zur Bestätigung einer Brucellose (ELISA). Sind Knochen befallen, kann man in späteren Stadien der Krankheit Veränderungen auf Röntgenbildern erkennen. Röntgen ist ein weit verbreitetes bildgebendes Verfahren, bei dem ein Körper unter Verwendung eines Röntgenstrahlers durchstrahlt wird.

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