Burnout-Syndrom

Krankheitsbild Burnout-Syndrom

Was ist das Burnout-Syndrom?
Für das Burnout-Syndrom liegt keine allgemeingültige Definition vor. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht dem Burnout-Syndrom zwar einen Krankheitswert zu („Probleme mit der Lebensführung“), definiert es jedoch nicht als anerkannte somatische oder psychiatrische Krankheit. In der Literatur finden sich unterschiedliche Beschreibungen. Ein gemeinsamer Nenner aller Definitionen ist die Erschöpfung als zentrales Krankheitszeichen. Darüber hinaus wird das Burnout-Syndrom im Zusammenhang mit Belastungen im Arbeitsleben gesehen. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) definiert das Burnout-Syndrom so: Von Burnout kann gesprochen werden, wenn sich ungewöhnliche Anforderungen der Arbeitswelt in Stresssymptomen äußern, die mehrere Wochen bis Monate anhalten und sich nicht in kurzen Erholungsphasen zurückbilden.

Entstehung
Welche Auslöser zu einem Burnout-Syndrom führen, ist wissenschaftlich nicht abschließend belegt. Es gibt Anzeichen dafür, dass – ähnlich wie bei einer Depression – eine Veranlagung besteht und manche Menschen sensibler auf Stresssituationen reagieren als andere. Drüber hinaus tritt das Burnout-Syndrom häufiger bei Menschen auf, die der Arbeit einen sehr hohen Stellenwert beimessen und sich über die Arbeit und die daraus resultierende Anerkennung stark definieren. Dazu zählt beispielsweise auch, dass der Anspruch an die eigene Arbeit sehr hoch ist (Perfektionismus). Risikofaktoren können neben einer hohen Arbeitsbelastung ein Mangel an Anerkennung und Belohnung sein oder aber ein Mangel an Gemeinschaftsgefühl und Fairness.
Auch allgemeine Gesellschaftszustände, wie eine sich ständig wandelnde Arbeitswelt, eine übermäßige Überwachung der Arbeit, ein eingeschränkter Handlungsspielraum oder mangelnde Transparenz am Arbeitsplatz können einen Burnout begünstigen. Ebenso der steigende Konkurrenzdruck, Stellenkürzungen, Rationalisierungen und die dauernde Erreichbarkeit – also Faktoren, wie sie auf dem Arbeitsmarkt vermehrt zu finden sind.

Krankheitszeichen
Burnout-Beschwerden werden häufig in drei Bereiche unterteilt:

  • Emotionale Erschöpfung: Darunter ist ein Gefühl der Überforderung und der Erschöpfung auf körperlicher und seelischer Ebene gemeint. Mit der Antriebslosigkeit sind Beschwerden wie Müdigkeit, Niedergeschlagenheit oder Anspannungszustände verbunden. Betroffene können sich in ihrer Freizeit schlecht entspannen und regenerieren. Als körperliche Beschwerden können Magen-Darm-Probleme, Kopf- und Rückenschmerzen und eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionskrankheiten auftreten.
  • Zynismus, Distanzierung, Gefühlsverlust: Eine anfänglich positive Einstellung zur Arbeit schwenkt um in Frustration und in eine Distanzierung (Abwendung) von der Arbeit. Daraus ergeben sich Verbitterung und schließlich eine Abwertung der Arbeit sowie eine zynische Betrachtung. Der Zynismus richtet sich gegen die Arbeit selbst, gegen Kollegen und Außenstehende. Auch eine Abstumpfung, also eine verminderte Fähigkeit, Gefühle zu entwickeln, kann ein Zeichen sein.
  • Verringerte Arbeitsleistung: Es entsteht ein subjektiver Eindruck einer Leistungsminderung, also einer verringerten Arbeitsleistung, Kreativität sowie Konzentrationsstörungen und eine allgemeine Unzufriedenheit mit der Arbeit.

Entscheidend für das Burnout-Syndrom ist, dass die Betroffenen die Krankheitszeichen als Folge der Arbeitsbelastung erleben und der Ansicht sind, dass sich die Beschwerden bessern würden, sofern sich die äußeren Bedingungen der Arbeitssituation ändern würden. Darüber hinaus ist das Burnout-Syndrom von einer vorübergehenden Arbeitsüberforderung zu unterscheiden. Erst, wenn eine Überforderung über mehrere Wochen oder Monate anhält, ein Ende nicht absehbar ist und auch Erholungszeiten wie Wochenende oder Urlaub nicht zur Regeneration beitragen, sollte von einem Burnout gesprochen werden.

Verlauf
Menschen mit Burnout-Syndrom haben ein erhöhtes Risiko für die Herausbildung psychischer und körperlicher Erkrankungen. So kann der Burnout bei Menschen mit einer Veranlagung für Depressionen oder bei bereits zuvor aufgetretenen Depressionen als (erneuter) Auslöser für die Erkrankung gesehen werden. Auch Angst- und Suchtkrankheiten können die Folge eines Burnouts sein. An körperlichen Folgen kommen zum Beispiel Tinnitus, Bluthochdruck oder entzündliche Erkrankungen in Frage. Diese Risikozustände sollten behoben werden und rechtfertigen eine ärztliche Behandlung.
Außerdem zieht ein Burnout-Syndrom soziale Auswirkungen nach sich, beispielsweise das Abwenden von Familie und Freunden durch die starke Arbeitsbelastung, Gereiztheit und eine emotionale Abstumpfung.

Diagnostik Burnout-Syndrom

Die oben genannten Krankheitszeichen sprechen nicht eindeutig für ein Burnout-Syndrom, vielmehr können sie auch frühe Anzeichen von körperlichen Erkrankungen sein. Dazu zählen: Multiple Sklerose, Schilddrüsenerkrankungen, beginnende Demenz, chronische Schmerzsyndrome, Infektionskrankheiten oder Krebs. Auch diese Erkrankungen können Erschöpfung und Überforderung am Arbeitsplatz nach sich ziehen. Als psychische Erkrankungen sind Psychosen und Depressionen vom Burnout-Syndrom zu unterscheiden.
Ein Ausschluss dieser Erkrankungen, im Falle von körperlichen Erkrankungen beispielsweise durch die Abklärung anderer Beschwerden oder der Durchführung von Blutuntersuchungen, steht darum am Anfang der Diagnose durch einen Arzt.

Die Abgrenzung eines Burnout-Syndroms zu einer Depression ist nicht immer einfach. In frühen und mittleren Stadien unterscheidet sich das Burnout-Syndrom von der Depression dadurch, dass sich die negative Einstellung hauptsächlich auf den Arbeitsbereich beschränkt. Bei einer Depression sind alle Lebensbereiche betroffen. Bei ihr kommt es außerdem nicht unbedingt zu einem Leistungsabfall und zu einer Abstumpfung (mangelnde Gefühlsentwicklung). In weit fortgeschrittenen Stadien geht der Burnout jedoch in die Depression über und die Krankheitsbilder überlappen sich.

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