Cluster-Kopfschmerz

Krankheitsbild Cluster-Kopfschmerz

Was ist ein Cluster-Kopfschmerz?
Beim Cluster-Kopfschmerz wechseln sich Phasen mit schweren Schmerzattacken mehrmals pro Tag mit beschwerdefreien Phasen ab.

Entstehung
Bei einem Cluster-Kopfschmerz handelt es sich um eine zeitweise Anhäufung (Cluster) von Schmerzattacken über einen Zeitraum von Wochen bis Monaten (episodisch). Auf diese Phase folgt bei den meisten Betroffenen eine beschwerdefreie Zeit, die sich über Monate oder sogar Jahre erstrecken kann, bis sich wieder eine Kopfschmerzphase ankündigt. In manchen Fällen tritt die Erkrankung anhaltend (chronisch) auf. Dann dauern die Phasen der Schmerzattacken länger als ein Jahr an und die schmerzfreien Phasen sind kürzer als zwei Wochen.

Rauchen und ein vorangegangenes Schädel-Hirn-Trauma scheinen das Risiko für Cluster-Kopfschmerzen zu erhöhen. Die körperliche Ursache des Cluster-Kopfschmerzes ist noch nicht vollständig geklärt. Bei der episodischen und der chronischen Form des Cluster-Kopfschmerzes besteht mitunter eine Abhängigkeit von der Jahreszeit: Viele Patienten berichten über eine Häufung der Kopfschmerzanfälle im Frühjahr oder im Herbst. Andere Auslöser können Alkohol oder bestimmte Medikamente gegen Herzbeschwerden oder Bluthochdruck sein. Auch Faktoren wie blendendes Licht, Wetterumschwünge oder Reisen in andere Zeitzonen können während einer Cluster-Phase eine Schmerzattacke auslösen. Während einer beschwerdefreien Phase bewirken diese Faktoren normalerweise keine Kopfschmerzanfälle.

Krankheitszeichen
Während einer episodischen Cluster-Schmerzphase kann eine einzelne Schmerzattacke etwa 15 bis 180 Minuten andauern und bis zu acht Mal am Tag auftreten. In vielen Fällen treten die Anfälle auch nachts aus dem Schlaf heraus auf.

Der Schmerz ist meistens nur auf einer Seite spürbar und wechselt die Seiten selten. Hauptsächlich liegt er hinter den Augen, im Bereich der Stirn und in der Schläfenregion. Die Schmerzintensität ist sehr hoch. Der Schmerz wird als bohrend, stechend, oder brennend beschrieben. Während einer Kopfschmerz-attacke neigen Betroffene zu körperlicher Unruhe, sie können nicht ruhig sitzen oder liegen, sie laufen umher (pacing around), bewegen rhythmisch ihren Oberkörper oder reiben sich den Kopf, um sich Linderung zu verschaffen.

Manchmal besteht eine Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit.

Typisch sind Begleiterscheinungen wie gerötete und tränende Augen, eine laufende Nase oder erhöhte Schweißproduktion. Gelegentlich tritt eine Rötung der Haut auf der betroffenen Gesichtsseite auf. Gemeinsam mit dem Cluster-Kopfschmerz kann auch das sogenannte Horner-Syndrom auftreten. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form einer Nervenirritation, die eine Pupillenverengung (Miosis), ein Herabhängen des Augenlids (Ptosis) und einen gering in die Augenhöhle eingesunkenen Augapfel (Enophthalmus) nach sich zieht.

Diagnostik Cluster-Kopfschmerz

In einem Gespräch klärt der Arzt die Beschwerden des Betroffenen ab (Anamnese). Die Diagnose beruht auf der Schilderung der typischen Beschwerden, die mit dem Cluster-Kopfschmerz einhergehen und einer neurologischen Untersuchung.

Weitere Untersuchungsverfahren sind dann erforderlich, wenn der Cluster-Kopfschmerz erstmalig auftritt, wenn es Auffälligkeiten bei der neurologischen Untersuchung gibt, wenn die Krankheitszeichen nicht denen des typischen Cluster-Kopfschmerzes entsprechen, bei Veränderungen der Symptome oder bei Veränderungen des Ansprechens auf die Therapie und beim Auftreten im hohen Lebensalter. Untypisch sind beispielsweise eine plötzliche Veränderung lang bestehender Beschwerden oder das Hinzukommen neuer Begleiterscheinungen wie Lähmungen, Gefühlsstörungen oder Gedächtnisstörungen. In diesen Fällen ist die Durchführung einer Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) zur Abgrenzung anderer Ursachen für die Kopfschmerzen hilfreich. Beide Untersuchungsmethoden ermöglichen einen detaillierten Einblick anhand von Schnittbildern. Während für eine CT-Untersuchung Röntgenstrahlen eingesetzt werden, nutzt man in einer MRT-Untersuchung ein starkes Magnetfeld und Radiowellen. Eine Untersuchung durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder der Besuch beim Augenarzt kann ebenfalls zum Ausschluss einer anderen Ursache der Beschwerden sinnvoll sein.

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