Denguefieber

Krankheitsbild Denguefieber

Was ist Denguefieber?
Das Denguefieber entsteht durch die Übertragung des Denguefiebervirus (DENV) aus der Familie der Flaviviren auf den Menschen. Die Ansteckung erfolgt durch Stechmücken (asiatische Tigermücke, Aedes aegypti und seltener Aedes albopictus).

Entstehung
Die Hauptverbreitungsgebiete des Denguefiebers sind subtropische und tropische Länder. Allerdings beschränkt sich die Ausbreitung nicht mehr auf diese Risikogebiete, sondern tritt ebenfalls in Teilen Europas auf. Hohe Temperaturen führen zu einer starken und schnellen Vermehrung der Tigermücken selbst und der Viren in den Mücken. Sie können Masseninfektionen (Epidemien) zur Folge haben. Die Tigermücke ist allerdings sehr widerstandsfähig und kann milde Winter überleben. Sie hat sich an das menschliche Umfeld gewöhnt (urbaner Zyklus). Die Mücke legt ihre Eier in kleinsten Wasseransammlungen (Abwasser, Trinkwasser-vorrat, Wasserrückstände an Plastikabfall) ab. Nach mehreren Tagen bei Temperaturen über 25 Grad Celsius schlüpfen die Larven und entwickeln sich zu Mücken.

Die blutsaugende Mücke beherbergt die Krankheitserreger. Bei erhöhter Temperatur steigt die Virenmenge in der Mücke. Durch einen Mückenstich wird das Virus auf den Menschen übertragen. Es vermehrt sich in den Lymphknoten und in bestimmten Zellen des Abwehrsystems (retikuloendotheliale Zellen). Nach einer Inkubationszeit (Zeit zwischen der Ansteckung und dem ersten Auftreten von Krankheitszeichen) von etwa drei bis 14 Tagen treten die typischen Krankheitszeichen auf. Die Erkrankung verläuft in drei Phasen, die Fieberkurve ist häufig biphasisch (hat zwei Gipfel).

Plötzliches hohes Fieber dauert ungefähr zwei bis sechs Tage an und geht dann wieder zurück. Etwa ab dem siebten Tag beginnt der zweite Fiebergipfel. Nach dieser Zeit verbessern sich die Beschwerden langsam wieder. Diese Erholungsphase kann jedoch über Monate andauern. In seltenen Fällen kann es bei einer Erkrankung zu Komplikationen kommen. Das hämorrhagische Denguefieber kommt vor allem bei einer zusätzlichen Infektion mit einem ähnlichen Virus vor (unterschiedliche Serotypen: verschiedene Dengueviren, die ähnliche Krankheitszeichen hervorrufen). Das Fieber kann einen schweren Verlauf nehmen bis hin zum lebensbedrohlichen Dengueschock. Meist tritt es bei Säuglingen und Kleinkindern auf, deren Immunabwehr noch nicht vollständig ausgebildet ist. Aber auch bei Erwachsenen kann diese lebensgefährliche Verlaufsform vorkommen, insbesondere dann, wenn sie schon einmal am Denguefieber erkrankt waren.

In Deutschland besteht für Fälle von virusbedingtem hämorrhagischem Denguefieber eine Meldepflicht bei Krankheitsverdacht, Erkrankung oder Tod.

Krankheitszeichen
Das typische Krankheitszeichen ist plötzliches hohes Fieber. Daneben treten jedoch zahlreiche weitere Beschwerden auf, wie beispielsweise:

  • Erbrechen
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schmerzen hinter dem Augapfel (retrobulbäre Schmerzen)
  • schwere Muskel- und Knochenschmerzen (daher der Name Knochenbrecher-fieber)
  • starke Gelenkschmerzen
  • knotig-fleckige Hautveränderungen (makulopapulöse Exantheme) an Armen, Beinen und dem Gesicht
  • niedriger Pulsschlag
  • Schwellungen der Lymphknoten

Beim hämorrhagischen Denguefieber kann es zunächst zu Unruhe und Schweißausbrüchen kommen. Zusätzlich können massive Blutgerinnungsstörungen mit starken Einblutungen in Haut- und Schleimhäuten auftreten. Nicht selten werden diese Komplikationen von einem Blutdruckabfall und einem Kreislaufkollaps begleitet.

Diagnostik Denguefieber

Der Arzt führt zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten bezüglich seiner Krankheitsgeschichte und seinen Beschwerden (Anamnese). Reisende sollten ihren Arzt von Auslandsaufenthalten in Kenntnis setzen. Zusätzlich führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Er erkennt das Denguefieber in der Regel aufgrund der typischen Krankheitszeichen und des Verlaufs. Allerdings sind selten alle Krankheitszeichen vorhanden, sodass sich häufig eine mehr oder weniger eindeutige Gruppierung an Krankheitszeichen ergibt.

Eine Blutuntersuchung kann die Diagnose durch den Nachweis des Krankheits-erregers – auch der unterschiedlichen Serotypen – bestätigen. Außerdem können Eiweiße der Immunabwehr, die der Körper gegen das Denguevirus bildet (Antikörper), etwa eine Woche nach der Infektion im Blut nachgewiesen werden. Häufig liegen die Resultate jedoch erst dann vor, wenn die Erkrankung schon überwunden ist.

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