Durchfall

Krankheitsbild Durchfall

Was ist Durchfall?
Bei Durchfall liegt ein flüssiger oder ungeformter Stuhl vor, der mit einer erhöhten Häufigkeit von Stuhlgängen verbunden ist. Hält er weniger als zwei Wochen an, ist er akut. Dauert der Durchfall zwei bis vier Wochen an, wird er als persistierend bezeichnet. Dauert er länger als vier Wochen an, ist der Durchfall dauerhaft (chronisch). Durchfall ist durch drei- oder mehrmaligen ungeformten Stuhlgang pro Tag definiert. Das bedeutet, dass ein- oder zweimaliger ungeformter Stuhlgang pro Tag nicht als Durchfall zu bezeichnen ist.

Entstehung
Ursachen des akuten Durchfalls: Über 90 von 100 akute Durchfälle werden durch Mikroorganismen ausgelöst, die zum Beispiel infolge des Konsums belasteten Wassers oder verdorbener Nahrungsmittel in den Darm gelangen. Die Infektion führt zu einem Ungleichgewicht zwischen der Ausscheidung über den Darm und der Stoffaufnahme im Rahmen der Verdauung. Insbesondere ist der Vorgang der Eindickung des Stuhls gestört. Akuter Durchfall kann auch als Nebenwirkung bestimmter Medikamente, wie zum Beispiel Antibiotika, oder infolge von Vergiftungen, zum Beispiel mit Pilzgiften, auftreten. Akuter Durchfall kann auch Zeichen einer Krankheit sein, zum Beispiel bei einer Entzündung der Schleimhautausstülpungen des Dickdarms (Divertikulitis) oder einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Auch Genussmittel wie Alkohol, Kaffee und Nikotin im Tabak regen die Darmtätigkeit an und lösen durchfallähnliche Beschwerden aus. Bei einigen Menschen können seelische Belastungen sowie erhöhter Stress zu Bauchschmerzen und Durchfällen führen.

Ursachen des chronischen Durchfalls
Krankhafte Veränderungen oder angeborene Fehlfunktionen des Transports von Flüssigkeit und des Mineralstofftransports über die Darmschleimhaut können chronischen Durchfall verursachen, ebenso eine gestörte Fettverdauung. Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und ein gestörter Abfluss der Lymphflüssigkeit im Darmgewebe können zu chronischem Durchfall führen. Infektionen durch Mikroorganismen können Entzündungen der Darmschleimhaut verursachen, die sich in chronischem Durchfall äußern. Auch infolge von Operationen oder einer Strahlentherapie kann die Darmschleimhaut geschädigt und Durchfall verursacht werden. Chronischer Durchfall kann auch als Folge von Alkohol- oder Drogenmissbrauch auftreten. Eine weitere Ursache sind Störungen in der Darmtätigkeit, wie sie durch eine Schilddrüsenüberfunktion ausgelöst werden können.
Durchfälle können im Wechsel mit einer Verstopfung als sogenannte paradoxe Diarrhö auftreten. Dies kann ein Zeichen für eine Engstelle im Darm sein, die zum Beispiel durch eine Tumorerkrankung erzeugt wird.

Krankheitszeichen
Als Krankheitszeichen eines Durchfalls können auftreten:

  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Fieber
  • blutiger oder schleimiger Stuhl

Bei Säuglingen mit Durchfall zeigt sich eine drohende Austrocknung durch schlaffe Haut, leises Schreien, langsames Trinken und ein Einsinken der Lücke in der Schädeldecke (Fontanelle). Flüssigkeitsmangel bei älteren Menschen zeigt sich durch kurzzeitiges Stehen von Hautfalten beim Zusammenschieben der Haut. Durch den Flüssigkeitsverlust können sich Kreislaufstörungen, Benommenheit oder Verwirrtheitszustände bei älteren Patienten verschlimmern.

Verschiedene Ausprägungen/Verläufe
Akuter Durchfall kann im Extremfall zu einem Absinken des Blutdrucks und Nierenversagen führen. Bei schwerem Mineralstoffmangel können Probleme mit dem Nerven- und Herz-Kreislauf-System auftreten.

Diagnostik Durchfall

Akuter Durchfall
Die Diagnostik ist abhängig vom Schweregrad des Durchfalls und vom Allgemeinzustand des Patienten. Der Arzt wird den Patienten nach möglichen Ursachen des Durchfalls befragen und seinen Körper untersuchen. Dabei tastet er den Bauch ab und hört die Darmgeräusche ab. Abhängig von der vermuteten Ursache und dem Ergebnis der körperlichen Untersuchung, bei fortbestehenden Beschwerden oder bei Vorliegen von bestimmten Krankheitszeichen wie Blutauflagerungen im Stuhl wird der Arzt weitere Untersuchungen veranlassen. Zum Beispiel wird er eine Stuhlprobe auf das Vorhandensein bestimmter Mikroorganismen untersuchen lassen, die den Durchfall verursachen können.

Chronischer Durchfall
Die Diagnose umfasst zusätzlich zur Untersuchung des Körpers und zur Stuhluntersuchung die Entnahme von Blutproben und ihre Untersuchung, um Hinweise auf Mangelerscheinungen, Veränderungen des Mineralstoffhaushalts oder andere Stoffwechselstörungen zu erfassen. Möglicherweise kann eine Magen- und/oder eine teilweise oder vollständige Spiegelung des Darms erforderlich sein. Dabei können auch Gewebeproben auffälliger Magen- und Darmabschnitte zur feingeweblichen Untersuchung im Labor genommen werden. Bildgebende Verfahren wie zum Beispiel eine Untersuchung des Bauchraums mittels Ultraschall (Sonografie) oder einer Computertomografie (CT) des Bauchraums können dem Arzt zusätzliche Informationen für die Diagnose liefern. Selten kann eine Röntgenaufnahme des Darmes erforderlich sein, bei der zuvor ein Kontrastmittel eingenommen werden muss.

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