Fersensporn

Krankheitsbild Fersensporn

Was ist ein Fersensporn?
Bei einem Fersensporn handelt es sich um eine dornartige Verknöcherung eines Sehnenansatzes an der Unterseite (häufig, sogenannter unterer Fersensporn) oder der Oberseite (selten, sogenannter oberer Fersensporn) des Fersenbeins.

Entwicklung
Das Fersenbein (Kalkaneus) ist Teil der Hacke des Fußes. An ihm setzen zahlreiche Bänder, Sehnen und Muskeln an. Die Achillessehne beispielsweise verläuft von der Ferse nach oben, die Fußsohlensehnenplatte von der Ferse entlang der Fußsohle. Bei jedem Schritt wird die gesamte Körperlast von den Fersen getragen. Die große Sehnenplatte unter der Fußsohle sowie das Fettkissen unter der Ferse dämpfen dabei die Belastung.

Durch den Fersensporn müssen keine Beschwerden hervorgerufen werden; diese treten als Folge einer entzündlichen Überbelastungsreaktion auf. Als Risikofaktoren werden Übergewicht, anatomische Fehlstellungen des Fußgewölbes, eine verkürzte Achillessehne und auch Laufsportarten angesehen. Die übermäßige oder ungewohnte Beanspruchung besteht in einer erhöhten Druck- und Zugbelastung der Sehnenansätze am Fersenbein. Diese können zu einer Entzündungsreaktion an den Sehnen und im umliegenden Gewebe führen (Plantarfasciitis). Die Entzündungen bewirken einen Umbau der Sehnen. Die Gewebeveränderungen führen letztendlich zu einer spornartigen Knochenneubildung am Ansatz der Sehnen.
Außerdem spielt das Alter eine Rolle: Die Beschwerden treten besonders häufig bei Personen zwischen 40 und 60 Jahren auf; Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.

Krankheitszeichen
Fersensporne können ohne Schmerzen einhergehen. Kommt es zu Entzündungen, verspüren die Patienten Schmerzen im Bereich der Ferse, abhängig von der Stärke der Belastung. Je nach Stadium der Erkrankung kann der Schmerz (zu Beginn der Erkrankung) erst nach längerer Belastung auftreten oder (im fortgeschrittenen Stadium) dauerhaft vorliegen. Typisch ist auch ein morgendlicher Anlaufschmerz bei den ersten Schritten, der sich im Laufe des Tages bessert. Sowohl die anfängliche als auch die fortgeschrittene Form des Fersensporns können zu einer deutlichen Einschränkung der Aktivität führen. Eine Schmerzausstrahlung in den Fuß sowie in den Unterschenkel ist möglich.
Die Schmerzen nehmen zu, wenn der Betroffene auf einer harten Unterlage geht oder viel zu Fuß unterwegs ist. Der Betroffene versucht dann häufig, die schmerzende Stelle zu entlasten, indem er auf der Außenseite des Fußes läuft. Die Schmerzen bessern sich in Ruhe.

Diagnostik Fersensporn

In einem ersten Gespräch mit dem Patienten erhält der Arzt durch die Beschreibung der Schmerzen die ersten Hinweise auf das mögliche Vorliegen eines Fersensporns.
Eine körperliche Untersuchung kann den Verdacht bestätigen: Der Arzt tastet die Umgebung um die Knochenauswüchse ab. Typisch für einen unteren Fersensporn ist ein Druckschmerz, der sich am Ansatz der Fußsohle (Aponeurose) auslösen lässt. Bei einem oberen Fersensporn kann ein Druckschmerz beim Abtasten der Achillessehne ausgelöst werden.
Eine Röntgenuntersuchung muss nicht zwingend erfolgen, kann aber bei der Abgrenzung zu anderen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen hilfreich sein.
Der Arzt wird weitere mögliche Erkrankungen abklären, die ähnliche Beschwerden auslösen können – wie beispielsweise ein eingeklemmter Nerv am Fuß oder ein Knochenbruch.

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