FSME

Krankheitsbild FSME

Was ist eine Frühsommer-Meningoenzephalitis?
Eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch Zecken übertragene und durch das FSME-Virus ausgelöste und im Sommer auftretende Form der Entzündung des zentralen Nervensystems (Gehirn, Hirnhäute und/oder Rückenmark).

Entstehung
Das FSME-Virus gehört zu der Gattung der sogenannten Flaviviren. Zur Übertragung des Virus durch die Zecke muss diese nach dem Stich mehrere Stunden lang am Körper bleiben und Blut saugen. Die Zeit von der Infektion mit dem Virus bis zum Ausbruch der ersten Krankheitszeichen (Inkubationszeit) dauert etwa sieben bis vierzehn, maximal 28 Tage. Lediglich 70 von Hundert der Erkrankten erinnern sich an einen Zeckenstich.

Nicht alle Zecken tragen das Virus in sich. Die infizierten Zecken und damit auch die Erkrankung an FSME sind jeweils örtlich auf bestimmte Gebiete begrenzt. Diese Gegenden werden Endemiegebiete genannt. Aktuelle Informationen zu FSME-Risikogebieten in Deutschland bietet das Robert-Koch-Institut an unter:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/F/FSME/Karte_FSME.pdf?__blob=publicationFile

und über die Situation in anderen Ländern Europas informiert das European Centre for Disease Prevention and Control unter

https://ecdc.europa.eu/en/tick-borne-encephalitis.

Krankheitszeichen
Bei sehr vielen FSME-Infektionen treten nur milde oder sogar gar keine Krankheitszeichen auf. Die Betroffenen zeigen leichtes Fieber. Danach heilt die Krankheit folgenlos aus.

In allen anderen Fällen kommt es nach der Inkubationszeit zu einer Phase mit grippeähnlichen Krankheitszeichen (Fieber, Kopfweh, Glieder- und Muskelschmerzen, begleitet von allgemeiner Abgeschlagenheit, Atembeschwerden, Bauchschmerzen und manchmal auch Durchfall). Es folgt meist ein fieberfreies Intervall von einem bis 20 Tagen. Danach entwickeln die Erkrankten das Nervensystem betreffende (neurologische) Krankheitszeichen. Es kann zu der Entwicklung einer Hirnhautentzündung (Meningitis) kommen. Dies ist bei etwa der Hälfte aller Patienten der Fall. Eine Meningitis kann meist komplett ausgeheilt werden. Bei etwas weniger als der Hälfte der Betroffenen entwickelt sich eine Meningitis unter Mitbeteiligung des Gehirns (Meningoenzephalitis). Hier kommt es häufig zu einer Defektheilung; die verbleibenden Beeinträchtigungen werden als Residuen bezeichnet.

Ein dritter möglicher Verlauf einer FSME ist eine Meningitis unter Mitbeteiligung des Gehirns und des Rückenmarks (Meningoenzephalomyelitis). Diese Form tritt in einem von zehn Fällen auf. Auch hier kommt es meist zu einer Defektheilung. Je nach Ort der Entzündung treten bei Meningitis, Meningoenzephalitis oder Meningoenzephalomyelitis starke Kopfschmerzen mit Fieber, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen auf. Des Weiteren kann es zu Gangstörungen, Krampfanfällen, Lähmungen und Atemstörungen kommen.

Die meisten Betroffenen erholen sich wieder vollständig, aber bei einem bis drei von zehn Betroffenen kommt es lediglich zu einer Besserung des Gesundheitszustandes. Es können Lähmungserscheinungen, Schwerhörigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, depressive Verstimmungen oder andere Beeinträchtigungen des Nervensystems über einen langen Zeitraum oder sogar dauerhaft verbleiben. In wenigen Fällen versterben die Patienten an dieser Erkrankung.

Diagnostik FSME

Der Arzt führt zunächst eine gründliche Befragung (Anamnese) durch. Dabei fragt er im Speziellen nach einem Zeckenbiss in jüngster Vergangenheit. Es folgt eine körperliche sowie eine neurologische Untersuchung.

Der Arzt kann zur Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) den Liquor mit einer dünnen Nadel aus dem Wirbelkanal entnehmen (Lumbalpunktion), in dem sich das Rückenmark befindet. Dazu sticht er auf Höhe der Lendenwirbelsäule mit einer Kanüle in den Rückenmarkskanal und lässt eine kleine Menge Liquor ab. Im Liquor, aber auch im Blutserum, lassen sich spezifische Antikörper gegen das FSME-Virus nachweisen. Antikörper sind natürlich vorkommende Eiweißmoleküle, die körperfremde Strukturen als sogenannte Antigene erkennen und sich an ihnen festheften. Sie sind ein wichtiger Teil der menschlichen Immunabwehr gegen Krankheitserreger.

Die Infektion mit dem Virus selbst kann außerdem in Zellkulturen auf speziellen Nährböden oder in Nährlösung und mittels einer sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (PCR) überprüft werden. Mithilfe der PCR wird das Erbmaterial des Virus (die Virus-DNA) nachgewiesen.

Sie haben Fragen und wünschen eine persönliche Beratung zu gesundheitlichen und gesundheits- sowie sozialrechtlichen Themen?

Unsere UPD-Experten beantworten Ihre Fragen:

Wichtiger Hinweis: Bitte schicken Sie uns keine Original-Unterlagen mit der Post zu, sondern ausschließlich Kopien. Wir können leider keine Rücksendung Ihrer Unterlagen vornehmen. Aus Datenschutzgründen werden Ihre Dokumente nach der Bearbeitung Ihres Anliegens ordnungsgemäß vernichtet.

© 2017 UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH – Dieses gesundheitsbezogene Informationsangebot dient lediglich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden.